Smartphones
Apples iPhone 4S kämpft mit Akkuproblemen

Wirtschaftlich ist Apples am 4. Oktober 2011 vorgestelltes iPhone 4S ein voller Erfolg: In den ersten 24 Stunden nach dem Launch gab es über 1 Mio. Vorbestellungen und nach der Markteinführung am 14. Oktober wurden am ersten Wochenende über 4 Mio. Exemplare des Smartphones verkauft – auf seine Fangemeinde kann sich der Hersteller aus dem kalifornischen Cupertino halt verlassen.

In den darauffolgenden Wochen tauchten aber vermehrt Meldungen von Anwendern auf, die sich in Blogs und anderen Medien über die im Vergleich zum Vorgängermodell deutlich kürzere Akkulaufzeit beschwerten. Das führte zu umfangreichen Diskussionen auf Apples Support-Webseiten.

Das sollte an sich nicht überraschen, denn wenn man in dem kurz vor Verkaufsstart still und leise veröffentlichten Datenblatt des iPhone 4S nachliest, dann entdeckt man eine Standby-Angabe von 200 Stunden. Zum Vergleich: Beim iPhone 4 waren es 300 Stunden und beim originalen, allerersten iPhone immerhin 250 Stunden. Die Gesprächszeit sollte laut Apple aber genauso lang sein wie beim Vorgänger.

Die geringere Akkulaufzeit scheint sich aber auch in Tests zu bestätigen. So stellte die Stiftung Warentest fest:

„Neben all den schönen Neuerungen bringt das iPhone 4S gegenüber dem Vorgänger allerdings auch eine deutliche Verschlechterung: Sein Akku ist schneller leer. Während das iPhone 4 in GSM-Netzen zehn Stunden dauertelefonieren kann, reicht es beim iPhone 4S nur für achteinhalb.“

Laut den in den letzten Wochen aufgetauchten Beschwerden kann es in der Praxis aber noch schlimmer sein: The Guardian berichtete z.B. über einen iPhone-4S-Besitzer, dessen Gerät im Stundentakt 10 % Akkuladung verlieren würde – im Standby-Modus, wohlgemerkt. Ein anderer gab an, dass die Standby-Zeit bei 10 bis zwölf Stunden liege und die Ladestandsanzeige bei aktiver Benutzung des Smartphones minütlich um 1 % abnehme.

Etliche Anwender wurden zwischenzeitlich laut eigener Aussage von Apple kontaktiert, um die Ursache zu eruieren. Als erste Verdächtige wurden die Spracherkennungslösung Siri, die Lokalisierungsfunktionen und korrumpierte Kontakte, die via Apples MobileMe- oder iCloud-Dienste oder Googles Kontaktliste importiert wurden, gehandelt; auch die stärkere technische Ausstattung (z.B. der stärkere Dual-Core-Prozessor A5) war im Gespräch.

Das Gerät wird jedenfalls laut iFixit von einem Akku mit einer Kapazität von 5,3 Wattstunden versorgt, beim iPhone 4S hatte der Akku 5,25 Wattstunden – praktisch identisch.

Auf iDownloadBlog empfiehlt Oliver Haslam, dass man die „Setting Time Zone“-Funktion abschalten solle, die automatisch die Zeitanzeige an die jeweilige Zeitzone anpasst. Diverse Test auf mehreren iPhone-4S-Modellen hätten ergeben, dass sich die Akkulaufzeit drastisch verbessere, wenn diese Funktion abgeschaltet ist. Dies schien bei einigen Usern zu helfen, aber nicht bei allen.

Nun hat Apple diesen Mittwoch bekannt gegeben, dass es in den nächsten Wochen ein Software-Update geben soll. Das Originalzitat von Apple:

„A small number of customers have reported lower than expected battery life on iOS 5 devices. We have found a few bugs that are affecting battery life and we will release a software update to address those in a few weeks.“

Eine neue Version des iOS5-Betriebssystem sei bereits zum Testen an Entwickler ausgegeben worden, die etliche Neuerungen, Verbesserungen und Bug-Fixes beinhalten soll. Unter letzteren seien auch welche, die die Akkulaufzeit beeinflussende Bugs adressieren.

Na, dann drücken wir mal die Daumen … (Quelle: The Guardian & andere (siehe Links) / GST)