EU-Website-Kontrolle
Bei Online-Krediten ist Vorsicht geboten

John Dalli
John Dalli, EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz

Bei über zwei Drittel der Webseiten, die im Internet Kredite oder Kreditkarten anbieten, fehlen wichtige Angaben darüber, wie viel der Kredit insgesamt kostet, wie lange der Vertrag läuft oder auch zur effektiven Zinshöhe und -art. Das brachte eine EU-weite Überprüfung von Verbraucherkredit-Webseiten ans Licht, die EU-Verbraucherkommissar John Dalli jetzt in Brüssel vorgestellt hat.

In Deutschland fanden die Tester bei 20 von 26 untersuchten Webseiten Mängel. Deren Betreiber müssen ihre Werbung und Angebote nun an die europäischen Vorgaben für Verbraucherkredite anpassen.

„Manchmal müssen Personen, die einen Kredit aufnehmen, hinterher feststellen, dass dieser sie letzten Endes teurer zu stehen kommt als ursprünglich erwartet, weil wichtige Angaben missverständlich waren oder fehlten“,

sagte John Dalli. Die EU-weite Überprüfung der Verbraucherkredite fand im Rahmen des Sweeps-Programms im September 2011 statt. Insgesamt wurden 562 Webseiten überprüft, von denen nur 30 % die einschlägigen verbraucherrechtlichen Vorschriften einhielten. Für 70 %, also 393 Webseiten, wurde eine weitere Überprüfung angesetzt. Die drei häufigsten Mängel waren

  • fehlende Angaben in der Werbung für Verbraucherkredite,
  • fehlende wichtige Angaben im Angebot selbst und
  • eine irreführende Darstellung der Kosten.

Nun werden die nationalen Behörden die Unternehmen kontaktieren, sie um Klarstellung ersuchen und zur Korrektur ihrer Websites auffordern (Quelle: Europäische Kommission/hw).