Open Science
Die Wissen­schaft bekommt neue Open-Access-Plattformen

© Bill & Melinda Gates Foundation

Die Bill & Melinda Gates Foundation des ehe­maligen Micro­soft-Chefs und seiner Frau hat Pläne für den Auf­bau einer eigenen Open-Access-Platt­form vor­gestellt. Über die Web­site Gates Open Research sollen voraus­sichtlich ab Herbst 2017 die von der Stiftung unter­stützten Wissen­schaftler ihre Arbeiten unter einer Open-Source-Lizenz ver­öffent­lichen können. Ein Muss ist das freilich nicht, die Forscher können ihre Er­gebnisse auch über andere Kanäle publi­zieren. Gemäß den Grund­sätzen der Stif­tung müssen die Artikel aller­dings nach einem Open-Access-Modell frei­gegeben werden.

Gates Open Research soll nach dem Vorbild der bereits bestehenden Open-Access-Plattform F1000 organisiert werden. F1000 soll auch als Dienstleister die neue Plattform aufbauen und verwalten. Das Modell sieht vor, dass eingereichte Arbeiten nach einer kurzen internen Prüfung durch die Redaktion bereits nach maximal einer Woche online gehen. Die Begutachtung durch andere Wissenschaftler erfolgt erst im Anschluss. Bei F1000 muss der Autor fünf Gutachter für seine Arbeit vorschlagen, die eine Reihe vorgegebener Kriterien erfüllen müssen. Voraussichtlich wird sich Gates Open Research auch in diesem Punkt an F1000 orientieren. Die Gutachten sowie weitere Kommentare werden zusammen mit der wissenschaftlichen Arbeit auf der Website veröffentlicht. Der Autor hat zudem Gelegenheit, seine Ergebnisse nach der Erstveröffentlichung noch einmal zu überarbeiten. Die Kosten für das Publikationsverfahren liegen je nach Länge des Artikels zwischen 150 und 1000 US-Dollar. Sie werden komplett von der Bill & Melinda Gates Foundation übernommen, für den Autor fallen keine Kosten an.

Auch der Wellcome Trust, die nach der Bill & Melinda Gates Foundation größte auf die Medizinforschung ausgerichtete Stiftung der Welt, hat eine Open-Access-Plattform nach dem Muster von F1000 ins Leben gerufen. Wellcome Open Research bietet ebenfalls den von der Stiftung unterstützten Wissenschaftlern eine Publikationsplattform an. Und auch die EU hat angekündigt, voraussichtlich noch in diesem Jahr eine Plattform für die von ihr im Rahmen des Programms Horizon 2020 geförderten Wissenschaftler aufzubauen.

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