Business Continuity
Geschäftsfortführung schlägt Cloud-Sicherheit

© McAfee

Schnelle IT-Lösungen sind heut­zutage schnelle Cloud-Lösungen. Nichts ist schneller auf­zusetzen und arbeits­fähig. Den jüngsten Zahlen von Canalys zufolge sind die welt­weiten Aus­gaben für Cloud-Dienste im ersten Quartal 2020 corona­bedingt um 34 % auf den neuen Rekord­wert von 31 Milliarden US-Dollar gestiegen.

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Den Löwenanteil davon halten die Big Four Alibaba, Google, Microsoft und vor allem AWS – Amazon allein zeichnet für 32 % des Wachstums verantwortlich. Alastair Edwards, Chief Analyst bei Canalys konstatiert:

„Die Cloud hat sich in diesen schwierigen Zeiten zu einem wesentlichen Instrument zur Unter­stützung der Geschäfts­kontinuität entwickelt.“

Allerdings zeigt sich auch, dass sich in der Krise die Gewichte des Cloud-Marktes verschoben haben: von strategischen Migrations­projekten hin zu schnellen Lösungen. Faustregel: Alles, was nicht unmittelbar der Geschäfts­fortführung dient, muss hintanstehen. Hinzu kommt, dass eine Reihe von kostenfreien Lösungen – oft aus dem Segment Collaboration – die aktuelle Marktlage etwas unscharf erscheinen lässt. Ebenfalls zu bedenken ist, dass hierzulande wohl manche Anwender­unternehmen von der schnellen auf eine DSGVO-konforme Cloud-Lösung umsteigen werden (müssen).

Tatsächlich haben viele Firmen derzeit gar keinen Überblick über die verwendeten Dienste. Dem aktuellen Data Dispersion Cloud Adoption and Risk Report von McAfee zufolge nutzt ein Unternehmen im Durchschnitt über 1500 (!) Dienste, und zwar ohne dass dies den Verantwortlichen bewusst wäre. Aus der Perspektive von Sicherheit, Risiko­management und Compliance ist das mehr als bedenklich.

Wer daran interessiert ist, wie so etwas doch noch in den Griff zu kriegen ist, kann sich morgen (10. Juni) um 11 Uhr in den Heise-Live-Webcast einschalten, bei dem Rolf Haas (McAfee) und Thorsten Müller (Atos) sich genau dieser Problemlage widmen. Dabei sind die Risiken größtenteils längst bekannt, egal ob Schatten-IT oder mangelnde Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Der letzte Cloud Threat Report von Palo Alto Networks hatte beispielsweise ergeben, dass 43 % aller Cloud-Datenbanken unverschlüsselt vorliegen.