Social Distancing
UWB-Abstandsmelder warnt bei zu großer Nähe

© IK Multimedia Production srl

Aus Modena kommen nicht nur Luca Toni, Essig und Maserati. Die nord­italienische Stadt ist auch Sitz von IK Multi­media. Bekannt ist die Firma vor allem Musikern, weil sie klassische Studio­aufnahme­technik auf eine digitale, Smart­phone-taugliche Basis geholt hat. Jetzt haben die Tüftler einen Abstands­melder fürs Social Distancing vorgestellt.

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Entwickelt wurde der Safe Spacer ursprünglich für die eigenen Mitarbeiter und die weitere Lieferkette. Brauchbar ist das Wearable aber grundsätzlich in allen Fabriken, Lagern, Büros, Schulen, Schwimm­bädern, Fitness­studios oder Museen, im Gastgewerbe und in Hotels etc. – überall, wo das Leben gefahrlos weitergehen kann, wenn nur die räumliche Distanzierung gewahrt bleibt: „Keep people safe – and workplaces open“ ist auch das Motto des YouTube-Videos.

Der Safe Spacer ist ein kleiner Abstandsmelder, den es als Armband, Schlüssel­anhänger oder für die Hosentasche gibt. Kommen zwei Geräte einander auf 2 m näher, ertönt ein Warnzeichen (wahlweise auch mit Licht­signal und Vibration), und zwar „bevor die Distanz­grenze überschritten wird“. IK Multimedia verwendet dazu Ultra­breitband-Technologie (UWB), die u.a. auch bei Einparkhilfen zum Zuge kommt, kaum Energie braucht und deutlich genauer arbeitet als Bluetooth. Für den Akku gibt der Hersteller eine Ladekapazität von über einer Woche an. Das Gerät ist wasserdicht und leicht zu reinigen, was bedeutet, dass man auch Besucher damit versehen kann.

Safe Spacer funktioniert ohne Installation und Konfiguration out of the box. Jedes Gerät hat eine eigene ID und einen Speicher, der die Rückverfolgung versehentlicher Kontakte ermöglicht. Weitere Daten werden nicht gespeichert, weitergegeben oder gar zentral abgelegt, sodass die Lösung laut IK Multimedia auch datenschutz­gerecht ist. Es gibt jedoch für Organisationen und Unternehmen eine zugehörige kostenfreie App (Android und iOS), die das Management von Safe-Spacer-Schwärmen erleichtern soll und z.B. anonymisierte Tages­protokolle ausgibt, einheitliche Alarm­modi und die Festlegung individueller Distanzen und Alarm­schwellenwerte erlaubt. Verfügbar soll Safe Spacer ab dem dritten Quartal 2020 sein, IK Multimedia nennt einen Einzelpreis von 99,99 Euro (ohne MwSt).