Rechenzentrum: Stretched Cluster schützt vor Totalausfällen

Die Version 9 von HPE Morpheus VM Essentials bringt tiefgreifende Änderungen an der Cluster-Architektur, unterstützt Zwei-Node-Set-ups und integriert erstmals einen KI-Assistenten in die Virtualisierungsplattform.

Im Podcast „IT TEC auf die Ohren“ diskutieren Matthias Tüxen, Marcel Bücker (HPE) und Oliver-André Auf der Heide (IOK) die Neuerungen des Releases. Ein zentraler Punkt: HPE hat die bisherige Pacemaker-Komponente durch den eigenen Morpheus Agent ersetzt und damit neue Cluster-Szenarien ermöglicht.

Zwei-Node-Cluster: Kleinere Umgebungen sparen Hardware

Bisher erforderte die Plattform drei physische Hosts, um Entscheidungen im Fehlerfall zuverlässig zu treffen. Mit Version 9 reichen nun zwei HVM-Nodes plus ein separates Quorum. Das kann auf bestehender Hardware laufen – ein vollwertiger Server ist dafür nicht nötig.

Gerade für kleinere und mittlere Unternehmen sinkt damit die Einstiegshürde deutlich. Angesichts hoher RAM-Preise sei das ein relevanter Kostenfaktor, betont Auf der Heide. Auch das Lizenzmodell bleibt sockelbasiert, während andere Hersteller ihre Preise angehoben haben.

Stretched Cluster: Aktive Lastverteilung für höhere Ausfallsicherheit

Neu ist die Unterstützung für Stretched Cluster über zwei Rechenzentren. Die Plattform berücksichtigt nun die Standortzuordnung von Servern und Storage-Systemen. Schreibzugriffe finden bevorzugt auf dem lokalen Speichersystem statt, was den Datenverkehr zwischen den Standorten deutlich reduziert.

Fällt ein Rechenzentrum komplett aus (etwa nach einem Brand), starten die Workloads automatisch im verbleibenden Standort neu. Zur Migration von anderen Hypervisoren legt HPE zudem 25 Zerto-Lizenzen für ein Jahr für einen symbolischen Euro bei, wenn Kunden mindestens sechs Sockel erwerben.

KI-Assistent: Chatbot steuert die Administration

Erstmals integriert HPE einen KI-Assistenten direkt in die Plattform. Administratoren fragen im Dialog die Ressourcenauslastung ab oder lassen Aufgaben vorbereiten. Ein Read-Only-Modus verhindert ungewollte Eingriffe, im Standardmodus bestätigt der Nutzer jede Aktion einzeln.

Wer den Umstieg plant, sollte allerdings vorsichtig sein: Backup-Anbieter wie Veeam oder Commvault benötigen Zeit, um die neue Version offiziell zu unterstützen. Das komplette Gespräch mit allen technischen Details finden Sie in der aktuellen Folge des „IT TEC auf die Ohren“-Podcasts.