Deckungsbeitrag

Aus MittelstandsWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Stufenrechnung bis zur Gewinnschwelle

Von Barbara Schweighofer

Der Deckungsbeitrag (DB) bezeichnet den Überschuss des Erlöses über die direkten Kosten. Er errechnet sich, indem vom Nettoerlös die proportionalen Herstellkosten abgezogen werden.

Der DB pro Einheit dient als Entscheidungskriterium, wenn in einem Marktsegment ein mengenmäßiger Engpass besteht. Die Produkte mit größerem DB pro Einheit sind dann förderungswürdig. Dies bedeutet, dass bei unbeschränkter Aufnahmefähigkeit des Marktes jenes Produkt produziert wird, das durch den Verkaufserlös nach Abzug der Herstellkosten den betragsmäßig höchsten Beitrag zur Abdeckung der fixen Kosten wie Gehälter, Mieten für das Geschäftslokal etc. leistet.

Produktbeurteilung mittels Deckungsbeitrag (DB)

Der DB pro Bezugsgröße einer Kostenstelle ist dann relevant, wenn die verfügbare Kapazität dieser Kostenstelle den Engpass bildet. Können auf einer Maschine verschiedene Produkte erzeugt werden, so wird jenes Produkt favorisiert, das pro Zeiteinheit den größten Deckungsbeitrag (Erlöse abzüglich Herstellkosten) liefert, da die Arbeitszeit den Begrenzungsfaktor darstellt. Würde ein anderes Produkt bevorzugt, ergäbe sich pro Zeiteinheit ein geringeres Ergebnis und somit auch ein geringeres Gesamtergebnis für das Unternehmen.

Der relative Deckungsbeitrag oder DB in Prozent des Umsatzes ist die wesentliche Kennzahl, wenn der Engpass das Marktvolumen oder der Marktsättigungsgrad sind. Ist der Markt gesättigt, so wird jenes Produkt produziert, das in Relation zu den Erlösen den höchsten Beitrag zum Bestreiten der unternehmensfixen Kosten liefert.

Bestehen gleichzeitig mehrere Engpässe, die sich gegenseitig beschränken, entstehen Optimierungsfragen, die mit der Methode der linearen Programmierung zu lösen sind.

Deckungsbeitragsrechnung

Die Deckungsbeitragsrechnung ist ein Instrument der Unternehmenssteuerung und dient der Beurteilung von Unternehmensentscheidungen hinsichtlich ihrer Gewinnauswirkung sowie dem Aufzeigen der Ergebnisverantwortung der einzelnen Profitcenter. Sie ist die Verknüpfung von marktorientierter Denkweise mit betrieblichen Mengen und Werten und zeigt die Auswirkung der Marktplanung sowie der technischen und organisatorischen Strukturen auf das Ergebnisziel.

Da sich die Strukturkosten nicht in direkter Abhängigkeit von der Anzahl der verkauften oder erzeugten Einheiten verändern, wurde die stufenweise Deckungsbeitragsrechnung entwickelt. Deckungsbeitragsstufen ergeben sich, wenn von den Erlösen Strukturkostenblöcke abgezogen werden, die dem jeweiligen Betrachtungsobjekt eindeutig und ohne Schlüsselung zuordenbar sind. Es lässt sich zwar noch immer nicht der Gewinn eines bestimmten Stückes ermitteln; ersichtlich wird jedoch der Beitrag, den ein Artikel, eine Produktgruppe oder ein Sortiment zur Deckung der Strukturkosten leistet.

Die folgende Tabelle verdeutlicht die stufenweise Berechnung des Deckungsbeitrags der einzelnen Produkte, Produktgruppen und schließlich den sich ergebenden liquiditätswirksamen Deckungsbeitrag für das gesamte Unternehmen. Ein Vergleich mit den Zielvorgaben ermöglicht es, Abweichungen zu erkennen. Der Managementerfolg zeigt sich hier im Ausmaß der Zielerreichung.

DB Rechnung.jpg

Nützliche Links