Cloud Computing 2014

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Ist die Wolke die Zukunft der IT?

Von Michael Rickert, Bitminder GmbH & Co KG

Geht es nach den großen Anbietern im Bereich Hosting und Internet-Lösungen, ist die Cloud das neue Must-have auf dem Markt der IT-Entwicklungen. Natürlich hat sie sich in den letzten Jahren behaupten können und selbst Privatnutzer haben die Vorteile der Cloud längst für sich entdeckt. Spätestens mit den Entwicklungen rund um die Geheimdienste, mit dem neuen Misstrauen in das Internet, hat die Cloud aber auch kritische Blicke von einstigen Befürwortern geerntet. Vor allem die mangelnde Transparenz ist für viele ein Problem. Wie gut ist die Cloud nun wirklich?

Die Entwicklung der letzten Jahre

An sich war und ist die Cloud eine der am meisten versprechenden Entwicklungen der letzten Jahre. Sie ist der größte Schritt nach der Virtualisierung und hat die Basis für den Umgang mit dem Internet neu definiert. Alleine durch die Möglichkeit, riesige Mengen von Daten im Web zu speichern und dabei auch noch Programme laufen zu lassen, machte sie von Beginn an für Unternehmen jeder Größe zu einer interessanten Sache. Es hat eine Weile gedauert, ehe die privaten Hoster und Dienstleister in Deutschland das Konzept übernommen haben – heute finden sich aber viele Dienste in der Wolke.

Auch die Privatanwender haben das System längst für sich entdeckt. Dateisammlungen lassen sich in der Cloud speichern, es ist quasi unbegrenzter Speicher vorhanden und selbst ein Backup der Festplatte ist ohne Probleme möglich. Kein Wunder, dass Dienstleister wie Microsoft, Google etc. sowohl im privaten wie auch im unternehmerischen Bereich viele neue Lösungen entwickelt haben. Die Spitze war wohl die Verlagerung der modernen Pakete aus dem Bereich Office in die Cloud. Allerdings wurden die kritischen Stimmen gegenüber den innovativen Lösungen recht schnell laut.

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Das IT-Systemhaus bitminder GmbH & Co. KG in München wurde Anfang der 1990er-Jahre gegründet und steht für höchste Servicequalität und Zuverlässigkeit. Seit über 20 Jahren haben sich die Experten für clevere Lösungen und praktische Konzepte im Telekommunikations- und Informationsbereich etabliert. Das bundesweit tätige IT-Systemhaus ist ein Dienstleister mit Herz und Verstand, und die oberste Prämisse ist es, Zusagen stets einzuhalten und Kunden nachhaltig zu betreuen.


Michael Rickert, bitminder GmbH & Co. KG, Dachauer Straße 233, Aufgang II, 80637 München, Tel.: 089-461333-0, Fax: 089-461333-33, info@bitminder.de, www.bitminder.de

Datenschutz, IT-Recht und Geheimdienste

Zugegeben, auf den ersten Blick ist die Cloud eine runde Angelegenheit. Alleine die Möglichkeiten zur flexiblen Arbeit mit den Diensten aus dem Internet, dem dauerhaften Zugriff und den sehr einfachen Abbuchungen sind drei Punkte, die den Siegeszug hätten weitergehen lassen können. Bedenkt man aber, wo die Cloud entwickelt wurde und welche Dienstleister sie besonders populär gemacht haben, fällt eines sehr schnell auf: Der Siegeszug aus Amerika ist in Europa bis heute noch nicht angekommen.

Die Gründe dafür, warum noch immer viele Experten und auch Unternehmen der Cloud eher kritisch begegnen, sehen wie folgt aus:

  • Datenschutz: Spätestens mit dem NSA-Skandal und den damit verbundenen Aufdeckungen zur Arbeit der Geheimdienste in der IT, ist der Punkt Cloud Computing und Datenschutz wieder auf dem Schirm. Regierungen erhalten mit der Cloud einen noch einfacheren Zugriff auf die Daten von Unternehmen – besonders dann, wenn die Dienstleister in den USA zu finden sind. Hier beginnt auch die Industriespionage zu einem Faktor zu werden.
  • Absicherung der Daten: Bis heute haben nur wenige Dienstleister ein nachhaltiges Backup-Konzept vorgelegt. Wie bei ursprünglichen Systemen besteht die Gefahr, dass mit dem Ende des Dienstleisters der Zugriff auf die Daten nicht mehr ermöglicht wird. Besonders bei SaaS-Dienstleistern hätte das katastrophale Auswirkungen.
  • Unterschiedliche Gesetzgebungen: Die IT-Gesetzgebung ist in jedem Land der EU minimal anders. Da die Cloud aber ursprünglich als ein amerikanischer Dienst entwickelt wurde, sind schon viele Prozesse innerhalb der Grundkonzepte problematisch. Hier müssen Hürden fallen oder Gesetze angepasst werden.

Das sind drei der entscheidenden Gründe, wieso sich die Cloud bisher immer noch nicht mit all ihrer Kraft und ihren vielen Vorteilen in Deutschland und Europa durchgesetzt hat. Besonders im Bereich der kleinen und mittleren Unternehmen finden sich viele Vorbehalte, was aber auch an den konzeptionellen Schwächen der deutschen Anbieter liegt: Bisher haben sich die großen Dienstleister entweder auf das Geschäft mit großen Unternehmen konzentriert oder Leistungen angeboten, die vor allem auf private Kunden abzielen. Dabei könnte gerade der Markt mit den kleinen Unternehmen dafür sorgen, dass der Erfolg der Cloud am Ende doch nicht an Datenschutz und Politik scheitert.

Mögliche Szenarien für die Cloud

Natürlich ist die Kritik an der Cloud berechtigt. Das war sie schon immer, und mit den Skandalen der letzten Jahre und dem größeren Einfluss der Angebote wird sie natürlich heute von einer höheren Zahl an Personen kritisch betrachtet. Das heißt im Umkehrschluss aber nicht, dass sie nicht für bestimmte Zwecke perfekt geeignet wäre und nicht viele neue Optionen mit sich brächte. Alleine der Faktor Kosteneinsparung macht sich natürlich bei jeder IT-Planung besonders gut. Es gibt Szenarien, in denen die Cloud noch Entwicklungsbedarf hat, sich zuletzt aber mit interessanten neuen Angeboten an verschiedene Zielgruppen gerichtet hat:

  • Stärkere Verbreitung von Software as a Service: Die Auslagerung von Programmen aus dem Bereich ERP, CRM oder Office ist für kleine und mittelständische Unternehmen ein Segen. Hier fehlt es nur noch an der Vielfalt der Lösungen, damit alle Kundenschichten bedient werden können.
  • Flexibles Hosting für laufende Projekte: Die Cloud war ursprünglich als Lastenausgleich bei Stoßzeiten gedacht. Dieses Prinzip wird erweitert und heute besonders gerne in der Logistik oder im E-Commerce angewendet.
  • Hosting- und Backup-Lösungen: Die Dienstleister müssen umfangreiche Konzepte liefern. Nicht nur die Speicherung in der Cloud ist wichtig, sondern auch eine Lösung für das Backup und nicht zuletzt für die Datensicherheit.

Das sind drei Szenarien, in denen die Cloud vor allem im Bereich KMU in den letzten Jahren neue Anteile gegenüber konventionellen IT-Lösungen für sich verbuchen konnte. Zuletzt wird es aber auch an der Politik liegen, ob die Cloud als eine dauerhafte Lösung im Mittelstand fungieren kann. Die gesetzliche Lage muss vor allem beim Datenschutz nachgebessert werden. Unternehmen sind zudem in der Pflicht, sich Dienstleister zu suchen, die nicht in den USA oder in Ländern sitzen, in denen sie den Schutz der Daten nicht gewährleisten können.

Fazit: Kritik ernst nehmen

Der Einsatz der Cloud leidet momentan unter seiner ersten Imagekrise. Kritische Fragen und Gedanken der Verbraucher müssen sensibel behandelt werden. Vor allem geht es aber um die richtigen Lösungen für alle Bereiche. Wenn die technische Entwicklung standhält und man sich den Kernpunkten der Kritik annähert und Lösungen findet, wird die Cloud am Ende mit Sicherheit die nachhaltigste Lösung für die IT in den unterschiedlichen Größen der Unternehmen sein.

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