Headhunter

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Professionelle Recruiter im Auftrag der Firma

© UBER IMAGES – Fotolia

Von Maximilian Fischer

Nur schätzungsweise ein Drittel aller Führungspositionen wird über öffentliche Stellenausschreibungen besetzt. In manchen Branchen ist dieser Anteil sogar noch geringer. Je spezifischer ein Geschäftszweig ist, desto mehr Schlüsselpositionen werden über Netzwerke und sogenannte Headhunter vergeben. Doch wie läuft die Zusammenarbeit mit einem Headhunter genau ab? Welche Vorteile gibt es für das Unternehmen und für den Bewerber bei dieser speziellen Art der Stellenbesetzung?

Wie läuft die Zusammenarbeit mit einem Headhunter ab?

Über herkömmliche Stellenausschreibungen (Unternehmenswebseite, Jobportale, Fachzeitschriften) kann eine Schlüsselposition nicht immer rechtzeitig besetzt werden. In einem solchen Fall können Sie in Kontakt mit einem Headhunter treten. Dieser ist auf das Finden qualifizierter Fach- und Führungskräfte spezialisiert. Setzen Sie auf einen Headhunter, der über ein breites Kontaktnetzwerk verfügt. Er sollte seine Erfahrung in möglichst genau Ihrer Branche nachweisen können. Zu Beginn der Zusammenarbeit wird Sie der Headhunter nach der Stellenbeschreibung und dem Bewerberprofil fragen und mit Ihnen mögliche Zielgruppen abstimmen.

  • Welche Qualifikationen sollte ein Bewerber mindestens mitbringen?
  • Welche Referenzen soll die Fach- oder Führungskraft vorweisen können?
  • Welche Aufgaben liegen im Zuständigkeitsbereich der zu besetzenden Position?
  • Was ist dem Unternehmen bei einem Bewerber noch besonders wichtig?
  • Welches Angebot möchte das Unternehmen dem Kandidaten unterbreiten?
    Diesem Punkt kommt beim Headhunting eine besondere Bedeutung zu, da sich der Bewerber häufig noch in einem Beschäftigungsverhältnis befindet und überzeugt werden muss. Die Formulierung des Jobangebots ist daher wesentlich umfassender als bei herkömmlichen Stellenangeboten. Neben den harten Faktoren wie Gehalt und geldwerten Vorteilen spielen berufliche Entwicklungschancen (Weiterbildungen, Aufstiegsmöglichkeiten etc.) eine wichtige Rolle. Zuletzt können sogenannte weiche Faktoren wie Familienfreundlichkeit, die Achtsamkeit auf die Work-Life-Balance oder beispielsweise das kulturelle Angebot des Unternehmensstandorts die Entscheidung eines Kandidaten mit beeinflussen.

Die meisten Punkte werden zwar bei einer öffentlichen Stellenausschreibung ebenso genannt. Bei der Personalsuche über Headhunter werden sie jedoch viel detaillierter geklärt als bei einer Veröffentlichung in einem Jobportal. Oft findet diese Absprache über ein diskretes persönliches Gespräch statt. Ehemalige Mitarbeiter oder Beschäftigte von Geschäftspartnern werden dabei häufig vom Unternehmen als Zielgruppe ausgeschlossen. Genauso können natürlich namentlich bekannte Kandidaten vereinbart werden, die gezielt angesprochen werden sollen.

Anhand dieser Informationen findet der Headhunter Wege, die passenden Zielpersonen vertraulich anzusprechen, ihnen das Stellenangebot vorzustellen und sie für das Unternehmen als Mitarbeiter zu gewinnen. Nach einem Erstkontakt über Telefon oder E-Mail folgen bei Interesse und Eignung weitere Dialoge, in denen das Angebot konkretisiert wird.

Erfüllt der Bewerber die Anforderungen des Unternehmens, unterstützt der Headhunter beim weiteren Bewerbungsprozess – etwa durch Terminvermittlung, das Sammeln notwendiger Dokumente sowie bei Einstellungs- und Eignungstests.

Vorteile für das Unternehmen

Doch welche Vorteile ergeben konkret sich aus dieser Art der Zusammenarbeit? Hat sich ein Arbeitgeber für einen professionellen Recruiter entschieden, kann er folgendermaßen davon profitieren:

  • Ihr Bewerberpool erweitert sich. Sie haben nicht nur die Fachkräfte zur Auswahl, die gerade auf Jobsuche sind und sich aktiv bewerben. Ein Headhunter kann Ihnen zusätzlich Kandidaten vorschlagen, die sich in einem Beschäftigungsverhältnis befinden und sich dort bewiesen haben.
  • Das Besetzen einer Stelle findet in einem anonymen Umfeld statt. Wenn Sie einen Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen ersetzen möchten, kann es riskant sein, seine Position öffentlich auszuschreiben. Kündigt der Mitarbeiter aufgrund dieses Vertrauensbruchs, kann eine wichtige Stelle in Ihrer Firma vorübergehend unbesetzt sein.
  • Recruiter bieten an, den Kandidaten mit Testmethoden der Arbeitspsychologie auf seine persönliche Eignung zu prüfen. Dadurch muss sich der Kunde nicht mehr allein auf das Bauchgefühl verlassen, und das Risiko einer Fehlbesetzung sinkt drastisch. Sind qualifizierte Mitarbeiter in Ihrer Branche sehr gefragt, kann die Personalsuche sehr lang dauern. Bei einem gezielten Vorgehen können Sie mit einer schnelleren (und besseren) Lösung rechnen.

Vorteile für den Bewerber

Als Führungs- oder Fachkraft können Sie ebenfalls von einem Headhunter profitieren.

  • Sie erhalten Angebote von potenziellen Arbeitgebern, ohne selbst auf dem Arbeitsmarkt aktiv zu werden.
  • Sie befinden sich nicht in der Rolle eines Bittstellers. Das Unternehmen möchte Sie überzeugen. Das verbessert Ihre Position in einem Bewerbungsgespräch und bei Gehaltsverhandlungen. Ergeben sich durch einen Wechsel für Sie keine offensichtlichen Vorteile, können Sie bei Ihrem bisherigen Arbeitgeber bleiben.
  • Der Headhunter unterstützt Sie ggf. bei der Vorbereitung Ihrer Bewerbungsunterlagen sowie Ihres Vorstellungsgesprächs und gibt Ihnen im Vorfeld wertvolle Informationen zum Unternehmen und zur Stelle.
  • Sie haben kein finanzielles Risiko. Der Headhunter wird von der Firma bezahlt. Die Höhe der Kosten richtet sich nach dem Gehalt, das Sie bei dem neuen Arbeitgeber verdienen werden.

Mitarbeiterbindung im Fachkräftemangel

Kommt eine Vermittlung über einen Headhunter zustande, handelt es sich um eine Win-win-Situation für alle Beteiligten. Das Unternehmen hat eine geeignete Fachkraft gefunden. Der Bewerber befindet sich in einem für ihn besseren Arbeitsverhältnis – andernfalls hätte er nicht gewechselt.

Sie sollten als Unternehmer allerdings beachten, dass Ihre Konkurrenz ebenfalls Headhunter engagieren kann. Je mehr sich der Fachkräftemangel in einem Fachgebiet verschärft, desto relevanter ist deshalb das Thema Mitarbeiterbindung.

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