Interim-Management

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Fachkräfte für besondere Aufgaben

Von Andreas Jäger, AIMP

Kleinere und mittelständische Unternehmen setzen inzwischen genauso stark auf Interim-Management wie Konzerne. Das hat die aktuelle AIMP-Providerumfrage 2011 ergeben. Die Studie des Arbeitskreises Interim-Management Provider (AIMP) zeigt, dass die Hälfte aller Interim-Projekte an Unternehmen mit bis zu 500 Beschäftigten vermittelt wurde. Im Jahr 2005 lag der Anteil noch bei nur 39 %.

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Als Interim-Manager werden Führungskräfte und Spezialisten bezeichnet, die zeitlich befristet Führungsaufgaben in einem Unternehmen übernehmen. Im Gegensatz zu Unternehmensberatern handeln Interim-Manager operativ und übernehmen Aufgaben in der Linie eines Unternehmers.

Als Externer ist ein Interim-Manager in der Lage, Missstände besser als interne Mitarbeiter zu erkennen, sie anzusprechen und letztlich zu beheben. Sobald die zuvor genau definierte Aufgabe im Unternehmen gelöst ist, verlässt der Interim-Manager seine Arbeitstätte auf Zeit wieder.

Der Mittelstand meldet Bedarf

In der gängigen Vorstellung verbindet man Interim-Management mit großen Konzernen und weit reichenden Projekten, bei denen ganze Unternehmen umgestaltet werden. Die AIMP-Studie zeigt jedoch, dass Interim-Management keineswegs nur für Konzerne eine relevante Option ist und dass die Einsatzmöglichkeiten der temporären Manager in den vergangenen Jahren immer vielfältiger geworden sind.

Die Rolle der Vermittler
Eine wichtige Schnittstelle zwischen Unternehmen und Interim-Manager stellen die Interim-Management Provider dar. Die Aufgabe der Provider besteht darin, auf schnellem Weg die besten Kandidaten an suchende Unternehmen zu vermitteln. Des Weiteren übernehmen Provider beratende Funktionen und sie sichern v.a. die Qualität im Interim-Management.

Heute ist es keine Seltenheit mehr, dass auch Mittelständler das Know-how und die Erfahrung von Interim-Spezialisten nutzen. Und weil der zunehmende Fachkräftemangel auch heißt, dass Führungskräfte fehlen, kann man davon ausgehen, dass in Zukunft noch mehr mittelständische Unternehmen auf diese Personallösung zurückgreifen werden.

Die häufigsten Einsatzfelder

Bei der ersten AIMP-Studie 2006 waren Interim-Manager besonders für Change Management und Restrukturierungsaufgaben gefragt. Zum damaligen Zeitpunkt machte das 58 % aller Mandate aus.

Die verstärkte Nutzung von Interim-Management im Mittelstand hat nun zu einer deutlichen Verschiebung geführt. Die am häufigsten besetzten Aufgabenfelder sind in der aktuellen Studie mit dominanten 41 % Vakanzüberbrückungen und mit 19 % die klassische Projektarbeit.

Personalausfälle ausgleichen

Das Überbrücken von Vakanzen ist eine typische Aufgabe von Interim-Managern bei mittelständischen Firmen. Unerwartete Personalengpässe oder Ausfälle können durch einen erfahrenen Interim-Manager so lange kompensiert werden, bis eine Nachfolge gefunden oder die ausgefallene Kraft wieder einsatzfähig ist.

Video: Den richtigen Nachfolger finden

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Moderatorin Birte Karalus im Gespräch mit Thomas Jannot, Heraus­geber des Mittelstands­Wiki, zum Thema „Den richtigen Nach­folger finden“ (auf Mittel­stand – die Macher).

Konkrete Vorhaben umsetzen

Projektmanagementaufgaben sind vielfältig und betreffen einmalige, zeitlich beschränkte und in sich abgeschlossene Aufgaben, für die man sich externe Kompetenz in den Betrieb holt. Diese reichen vom Rollout eines neuen Produkts über den Auf- und Ausbau des Vertriebs bis zur Einführung einer neuen Technologie, z.B. eines komplexen IT-Systems.

Die Diversifizierung der Aufgabenbereiche erscheint unterdessen noch lange nicht abgeschlossen. Immer wieder fragen Unternehmen neues Nischenwissen nach, wie z.B. [[Cloud_Computing|Cloud Computing] oder Social Media.

Die AIMP-Provider-Studie
Die jährliche Provider-Studie ist ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit des AIMP mit dem Ziel, den Interim-Management-Markt transparenter zu machen und über die Möglichkeiten von Interim-Management aufzuklären. Denn diese Personallösung ist einem Drittel der deutschen Unternehmen noch immer unbekannt. Die Gründe dafür liegen unter anderem im stark divergierenden Anbietermarkt. Autoren der Studie sind Jürgen Becker, Thorsten Becker, Dr. Vera Bloemer und Dr. Anselm Görres.

Was Einspringer wert sind

Ein besonderes Thema sind die Preise im Interim-Management. Aber auch hier zeigt die AIMP-Studie, dass die Behauptung, Interim-Dienstleistungen seien teuer, zu pauschal ausfällt: Interim-Manager bewegen sich – je nach Position und Aufgabe – in sehr unterschiedlichen Preissegmenten. Während im Spitzensegment Verdienste von 1500 bis 2300 Euro möglich sind, liegen die Tagessätze im niedrigsten Segment bei 500 bis 600 Euro. Der durchschnittliche Tagessatz beläuft sich laut AIMP-Studie auf 887 Euro.

Sozialabgaben wie Kranken- und Rentenversicherung sind stets inbegriffen, denn ein Interim-Manager arbeitet als Selbstständiger.

Fazit: Handlungsfähig bleiben

Interim-Management gehört zu den wirksamsten Antworten auf Fachkräftemangel und demografischen Wandel. Wer heute Erfahrungen mit Interim-Lösungen machen kann, generiert Wettbewerbsvorteile, die sich in aller Regel schnell bezahlt machen.

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