In-App Advertising, Teil 1

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Dort werben, wo Mobilnutzer warten

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Von Oliver Schonschek

Wenn Sie im mobilen Internet werben möchten, kommen Sie an Apps nicht vorbei. Sie müssen aber keine eigene Mobilanwendung ins Rennen schicken, sondern können auch innerhalb erfolgreicher Apps Dritter Ihre Anzeigen platzieren. In-App Advertising ist der Renner des anbrechenden Mobilzeitalters.

Falls das Wetter daheim nicht so einladend ist, kommt der Hinweis auf ein warmes Reiseziel gerade recht. Das denken jedenfalls viele Reiseanbieter und schalten fleißig Anzeigen auf den beliebten Wetterwebseiten. Für die zunehmende Zahl an Smartphone- und Tablet-Nutzern gibt es die entsprechende Reisewerbung auf den mobilen Websites der Wetterportale, aber nicht nur da: Auch die Wetter-Apps bieten meistens Möglichkeiten, Werbebotschaften zu streuen. Innerhalb der Apps sieht der Kunde dann eine Art Bannerwerbung, die auf Berührung zu der beworbenen App oder mobilen Website führt. Mit In-App Advertising ist genau eine solche Anzeige innerhalb einer App gemeint.

Kleine Fläche mit großer Wirkung

Selbst bei großen Touchscreens steht scheinbar nicht viel Platz für Werbung zur Verfügung. Meist liegen die Banner tatsächlich noch im unteren Teil der App. Doch es geht auch ganz anders: Werbeanzeigen in Apps können z.B. in der Zeit angezeigt werden, bis die App gestartet ist; bis dahin sind sie vollflächig in der Größe der sich aufbauenden Anwendung zu sehen (sogenannte Interstitial Ads). Oder sie „kleben“ über der App wie die aus dem Browser bekannten Sticky Ads. Möglich sind auch Werbevideos oder Diashows, die innerhalb der als Werbefläche dienenden App ablaufen. Im Prinzip sind alle Spielarten der Online-Werbung möglich, die der gute, alte Browser auch bietet.

23 Apps – und steigend
In-App Advertising ist keinesfalls exotisch, sondern zukunftsorientiert. Immerhin nimmt die Zahl der App-Nutzer weiter zu; sie liegt in Deutschland laut BITKOM gegenwärtig bei 44 Mio. Dabei hat jeder Smartphone-Nutzer im Durchschnitt 23 Apps installiert, jeder Siebte (14 %) sogar mehr als 40 (2011 lag der Durchschnitt noch bei 17). Juniper Research sagt denn auch eine deutliche Steigerung bei den Werbeumsätzen für In-App Advertising voraus. 2012 sollen 2,4 Mrd. US$ erreicht werden, für 2015 werden schon 7,1 Mrd. US$ erwartet. Auch Stategy Analytics geht von einer steigenden Bedeutung aus; so soll die App-zentrierte Werbeform bereits wichtiger sein als Anzeigen auf mobilen Webseiten.
Serie: In-App Advertising
Teil 1 erklärt, wie Werbung funktioniert, die z.B. die Zeit während des Hochfahrens überbrückt. Teil 2 sagt, wie Sie die passende App finden und was es bei der Kampagnenkonzeption zu beachten gilt.

Halbfettmargarine startet im Vollbild

Schon heute gibt es zahlreiche Beispiele, die zeigen können, was sich über In-App Advertising erreichen lässt. So berichtete etwa die Yoc AG bereits 2010 über eine Splash Screen Ad für „Lätta“. Während sich die Apps aufbauten, die an dem betreffenden Werbenetzwerk teilnahmen, startete die Image-Werbung für die Frühstücksmargarine und wünschte einen schönen Tag. Da die App-Nutzer mehr oder minder gespannt auf den Start warten, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie eine solche Werbung auch wahrnehmen.

LAETTA In-App Advertising.jpg Startet der User eine der teil­nehmen­den iPhone-Appli­ka­tio­nen öffnet sich um­gehend das Splash Screen Ad in voller Bild­schirm­größe. (Bild: Yoc AG)

Nokia berichtet unterdessen von erfolgreichem In-App Advertising bei der viel geliebten Bug-Smasher-App von Migital. Innerhalb eines halben Jahres soll der monatliche Umsatz um fast 170 % gestiegen sein.

Und ein Beispiel, wie sich bequeme Dienste über In-App Advertising finanzieren lassen, kommt von Yuilop. Hier können Nutzer Kommunikationsdienste wie SMS und Telefonate kostenlos nutzen, wenn sie im Gegenzug In-App Advertising akzeptieren.

In Teil 2 dieser Serie erfahren Sie, wie Sie selbst In-App Advertising für sich nutzen können – entweder, um für Ihr Unternehmen oder Ihre Produkte zu werben, oder indem Sie Ihre Apps als Werbefläche anbieten.

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