Uwe Böning

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Ein letzter Tipp vor dem Take off

Uwe Böning ist geschäftsführender Gesellschafter und Mitbegründer der Böning-Consult GmbH. Das 13-köpfige Management-Consulting-Unternehmen berät seit 1985 Führungskräfte, die mit Veränderungen umgehen müssen. Um noch besser auf die Klienten einzugehen, bietet Böning-Consult seit einem halben Jahr eine Variante an, bei der die Zeit zwischen zwei Flügen oder auf der Zugfahrt optimal genutzt wird, um konkrete Fragestellungen zu lösen: das A-B-C Airport-Business-Coaching und Bahncoaching. Nachfrage besteht durchaus, denn „für den Kunden ist es eine sehr bequeme Art und Weise, eine Lösung für sein Problem zu erarbeiten.“

MittelstandsWiki: Wie kamen Sie auf die Idee zu dem A-B-C Airport-Business-Coaching, bzw. zu dem Coaching in der Bahn?

Uwe Böning: Unsere Kunden sind sehr häufig per Bahn oder mit dem Flugzeug unterwegs. Dabei gibt es gelegentlich Freizeiten, die man für das Coaching nutzen kann.

MittelstandsWiki: Welche Art von Coachings führen Sie dabei durch?

Uwe Böning: Bei diesem Coaching geht es nicht darum, große Prozesse anzustoßen. Es handelt sich um kleine Coaching-Einheiten von einer bis zwei Stunden, bei der eine begrenzte Fragestellung gelöst und bearbeitet werden muss. Meist steht sie unmittelbar bevor, d.h. der Kunde ist auf dem Weg zu einer Präsentation oder zu einem schwierigen Gespräch oder er beschäftigt sich mit einem strategischen Gedanken, den er reflektieren möchte.

MittelstandsWiki: Ist die Wartezeit lang oder können Kunden auch kurzfristig zu Ihnen kommen?

Uwe Böning: Das geht relativ zügig. Wir sind ja in der Nähe des Frankfurter Flughafens angesiedelt, können aber auch sehr schnell Räume im Flughafen bekommen.

MittelstandsWiki: Sie bieten auch einen Bahnservice an. Wie kann ich mir das vorstellen? Sie setzen sich einfach in den Zug und fahren mit?

Uwe Böning: Richtig, wir haben die BahnCards 50 und 100, nehmen uns ein Abteil in dem ICE und können so wunderbar arbeiten. Der Service ist noch nicht so bekannt, aber in einige Ecken hat es uns schon verschlagen. Für den Kunden ist es eine sehr bequeme Art und Weise, eine Lösung für sein Problem zu erarbeiten.

MittelstandsWiki: Sie müssen sich ja ganz schnell auf die verschiedenen Personen einstellen. Sind alle Kollegen, die für diese Aufgabe in Frage kommen, psychologisch geschult?

Uwe Böning: Ja, und wir schulen uns ständig weiter. Aber es ist nicht nur die Psychologie, die zählt, sondern auch das Kundengeschäft. Esoterik braucht der Kunde nicht. Deshalb sind wir nicht nur Psychologen, sondern kennen auch das Geschäft und die Sprache der Kunden. Ich bin Psychologe, wir haben aber auch einen Soziologen, einen Wirtschaftsingenieur und andere Spezialisten im Team.

MittelstandsWiki: Sie lösen ja hauptsächlich Probleme auf der zwischenmenschlichen Ebene, aber ich kann mir sehr schwer vorstellen, dass ein Unternehmer mit dieser Fragestellung zu Ihnen kommt, eben weil es sich doch ein wenig nach Esoterik anhört.

Uwe Böning: Das ist richtig. Das kommt selten als Anliegen. Die Kunden wenden sich an uns, weil ein Projekt oder eine Maßnahme nicht so läuft, wie es geplant war. Oder die Unternehmen befinden sich in einer schwierigen Situation und müssen sich der Loyalität ihrer Mitarbeiter versichern, z.B. weil sie weniger Lohn zahlen können.

MittelstandsWiki: Was raten Sie Unternehmern, die sich in einer solchen Situationen befinden?

Uwe Böning: Beziehen Sie Ihre Mitarbeiter mit ein und lassen Sie sie an der Lösung teilhaben. Wenn sie an der Lösung mitarbeiten, können sie die Folgen leichter tragen, auch wenn sie unangenehm sind. Ganz nebenbei bekommen sie ein Gefühl für die Schwierigkeiten, in denen ein Unternehmen steckt. Das stellen wir in unseren After-Work-Workshops immer wieder fest.

MittelstandsWiki: Und was raten Sie Führungskräften oder Projektleitern, bei denen die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern hakt?

Uwe Böning: Zunächst sollte geklärt werden, wie die Zusammenarbeit läuft, welche Spielregeln gelten, wer das Sagen hat und wie in Fall XY vorgegangen wird. Ein weiterer Ansatz, den wir häufig fahren, ist, dass die Mitarbeiter dem Projektleiter bei der Arbeit zusehen und sagen, was ihnen gefällt und was ihnen nicht gefällt. Anschließend coachen wir den Projektleiter. Meist sind es ja weniger die harten Fakten, sondern eher die kommunikations- und verhaltensbezogenen Aspekte, die den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen. Vor allem, wenn neue Strukturen eingeführt werden.

Das Interview führte Sabine Philipp.