Online-Presseportale, Teil 1

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Kunden schöpfen aus erster Quelle

Von Gerald Strömer

Thema verpasst?

Seit das MittelstandsWiki im Herbst 2007 einen ersten systematischen Überblick über Presseportale im Internet wagte, hat sich viel getan. Der Markt ist gewaltig gewachsen – und er verändert sich: Vom Stichwort „Presse“ geht der Trend über Blogs hin zum Gezwitscher der sozialen Netzwerke und in die direkte Kundenansprache.

Mit dem Aufkommen und der wachsenden Akzeptanz von Web 2.0, Social Media und Bürgerjournalismus haben sich einige Spielregeln im Nachrichtengeschäft deutlich geändert. Die Dominanz der großen Massenmedien verschiebt sich immer mehr zugunsten spezialisierter Blogs, Web-Auftritte und Medien kleiner Verlage, die sich oft intensiver mit bestimmten Themen beschäftigen; sie können unvoreingenommener, tiefgründiger und regelmäßiger über berichten als „die Großen“ – und sie haben zudem oft eine kompetentere und spezialisiertere Leserschaft als die Massenmedien, so dass man seine Neuigkeiten mit weniger Streuverlusten unters Volk bringen kann.

Presse von unten

Richten Sie Ihre Anstrengungen daher nicht unbedingt nur auf die Big Player aus, sondern machen Sie es auch den Kleinen so einfach wie möglich, über Ihre Produkte und Dienstleistungen zu berichten. Während eine neue Grafikkarte bei einem großen Technikmagazin nur eine unter vielen ist und – vielleicht! – im Lauf der nächsten zwei Wochen getestet wird, wird Ihnen der durchschnittliche Blog-Betreiber, der über Grafikkarten schreibt und mit kleinstem Budget operiert, die Hand küssen und das Ganze in wenigen Tagen durchziehen, wenn Sie ihn mit einem Testgerät versorgen.

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E-Book am Online-Kiosk
Dieser Beitrag erschien zuerst in unserer Magazinreihe. Einen Überblick mit Download-Links zu sämtlichen Einzelheften bekommen Sie online im Zeitschriftenkiosk des MittelstandsWiki.

Genau dasselbe Prinzip gilt bei den Pressemitteilungen: Viele Blogger haben keinen Presseausweis, berichten aber dennoch oft kompetenter als die Großen. Immer noch gibt es aber Firmen, die schon für die Aufnahme auf den internen Pressemailverteiler die Kopie des Presseausweises einfordern oder ihre Nachrichten nur auf Portalen veröffentlichen, wo ausschließlich akkreditierte Journalisten zugelassen sind. Wer das tut, verschenkt unglaublich viel Potenzial und sollte seine Strategie überdenken.

Serie: Online-Presseportale

  • Teil 1 sagt, was sich zwi­schen Twit­ter, You­Tube und Fo­ren für Firmen­nach­richten im Web ge­ändert hat.
  • Teil 2 listet die ver­füg­baren Presse­portale im Inter­net auf, mit einem prak­ti­schen Kurz­kom­men­tar zu jedem Eintrag.
  • Ein Extra-Beitrag er­klärt, wie Reich­weiten zu be­ur­teilen sind, und gibt hand­feste Tipps für den Gebrauch.

Nachrichten für Follower

Ein Twitter- oder Facebook-Account ist vergleichsweise unkompliziert einzurichten und in der Pflege wenig kostenintensiv, kann aber einen bedeutenden Multiplikator darstellen, wenn auf neue Meldungen verwiesen wird. Denn viele aktive Blog-Betreiber und in den Medien neu eingestellte Mitarbeiter sind junge Menschen, die mit diesen und anderen Mitteln der modernen Kommunikation aufgewachsen sind. Was für einen seit 20 Jahren am Markt agierenden Journalisten noch eine kaum beachtenswerte, vielleicht sogar nervige Nebenerscheinung der heutigen Technik ist, kann für den 20-jährigen Blogger der Anlass sein, sich überhaupt mit einem Thema zu beschäftigen. Nutzen Sie beherzt auch diese Facette der Nachrichtenkultur!

Konzentration und Nutzen

Auch die Tonalität des Nachrichtengeschäfts hat sich verändert. Heute interessiert vor allem eins: geballte Information zu praktischen Nutzwerten. Denn Journalisten und Blogger stehen kontinuierlich unter Zeitdruck. die Meldung, die sich am einfachsten verarbeiten lässt, hat in der Regel Vorrang vor gleichwertigen, aber aufwändigeren und zeitintensiveren Meldungen.

Gefunden werden

Achten Sie bei der Formulierung von Pressemeldungen darauf, dass Sie auch wirklich diejenigen Stichworte (Keywords) verwenden, unter denen das Produkt oder die Dienstleistung gefunden werden soll. Streuen Sie ruhig die Begriffe (z.B. „portable Festplatte“, „externe Festplatte“, „mobile Festplatte“, „portable HDD“, „externe HDD“, „mobile HDD“), aber stellen Sie sicher, dass die wichtigsten genannt werden. Fragen Sie sich einfach, mit welchen Suchwörtern Sie selbst z.B. in Google suchen würden, um ein Produkt wie das Ihre zu finden. Um ein Gespür dafür zu bekommen, sind oft bereits die Vorschläge hilfreich, die Google bei der Eingabe in der Suchmaske macht.

Halten Sie Ihre Pressemitteilungen daher so knapp und informativ wie möglich, ohne kryptisch zu werden. Kaum ein Medienprofi interessiert sich für die Firmenstruktur, die Anzahl der Niederlassungen in Übersee, die Namen der kompletten Geschäftsführung oder schwülstige Platitüden über die weltbewegende Wichtigkeit der Meldung. Wenn im Web Entsprechendes verlangt wird, wird schon nachgefragt, keine Angst.

Stellen Sie lieber sicher, dass Empfänger und Leser der Pressemitteilung Ihr Material möglichst einfach und Zeit sparend verarbeiten können. Dazu gehören nicht nur aussagekräftige, klar formulierte Informationen über Produkt oder Dienstleistung, sondern vor allem auch angehängtes oder per Download-Link direkt verfügbares Bildmaterial in hoher Auflösung, Datenblätter, Links zur Produktbeschreibung auf Ihrer Webseite, Links zu sonstigen Ressourcen sowie kompetente und erreichbare Ansprechpartner für Rückfragen.

Kurz: Erleichtern Sie es dem dem schnellen Selbstschreiber-Internet, über Sie zu berichten. Kompakte, inhaltsreiche Meldungen mit komplettem Zubehör haben dabei immer Vorrang vor Zehnseitenmonstermeldungen, bei denen Interessiert am Ende erst noch wegen Bildern durch die Gegend mailen oder telefonieren müssen.

Reichweite multiplizieren

Viele Medienprofis nutzen Aggregatoren, um sich mit Quellmaterial für News-Meldungen und Aufhänger für Hintergrundberichte zu versorgen. Dem deutschen Ableger von Google News kommt dabei eine herausragende Rolle zu. Die computergenerierte News-Webseite sammelt Schlagzeilen aus über 700 deutschsprachigen Nachrichtenquellen, die mit einem Google-Algorithmus ausgewählt und etwa alle zehn Minuten aktualisiert werden.

Da die Auswahl ausschließlich automatisiert getroffen wird, erfolgt keine journalistische Aufbereitung nach Relevanz oder Wahrheitsgehalt des Artikels. Die größte Bedeutung für die automatische Auswahl hat dabei die Anzahl der Veröffentlichungen der betreffenden Meldung im Internet. Wer sein Quellenmaterial daher bei möglichst vielen Presseportalen und vor allen direkt auf redaktionellen Webseiten unterbringt, die von Google News indiziert werden, kann die Reichweite seiner Meldung enorm verbessern.

Intensiv oder extensiv?
Faustregel bleibt, dass man seine Meldungen gar nicht breit genug streuen kann. Wer keine externe Presseagentur beauftragt hat, sondern selbst für die Verbreitung seiner Neuigkeiten sorgt, sollte unbedingt so viele Portale wie möglich bedienen. Der dafür nötige Zeitaufwand ist zwar höher, als wenn man nur zwei, drei reichweitenstarke, kostenpflichtige Portale bedient, aber letztlich erreicht man so eine deutlich größere Schnittmenge potenzieller Interessenten.

Außerdem kann es sogar billiger kommen, wenn der Verantwortliche – bei kleinen Unternehmen oft ein Mitglied der Geschäftsführung, bei mittleren und großen ein Mitarbeiter des Marketings oder der Pressestelle – mit größerem Zeitaufwand viele kostenlose Portale bedient, anstatt mit kleinem Zeitaufwand wenige, dafür aber teure Portale versorgt.
Welche Mittel der Erfolgsmessung es gibt, steht – zusammen mit einer kommentierten Liste der Online-Presseportale – in Teil 2 dieser Serie.

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2 Kommentare:

  1. Marcel B. schrieb am 05.12.2013, 10:13 Uhr:

    „Ein Twitter- oder Facebook-Account ist vergleichsweise unkompliziert einzurichten und in der Pflege wenig kostenintensiv“ – Wenn die Mitarbeiter, die sich rund um die Uhr um diesen Account kümmern, nichts kosten, dann ist er wenig kostenintensiv – ja! Wenn man es aber richtig anstellt, gehört ein komplettes Team dahinter. Allein zum Thema Rechtsfragen, Technik und Werbeformen auf dem Laufenden zu bleiben, benötigt Zeit und Mühe. Von der Inhalts- und Kampagnenplanung/-umsetzung und dem täglichen Traffic mal zu schwiegen.

  2. Die Reichweite von Pressemitteilungen kann man auch erweitern, indem man Social-News-Portale wie z.B. Webnews.de oder Yigg.de nutzt. Wer seine Pressemitteilungen schnell auf möglichst vielen PR-Portalen streuen will, kann auch unseren Presseverteiler Connektar.de nutzen. Wir bieten eine kostenlose Testphase an, in der man zwei Pressemitteilungen an bis zu 200 PR-Portale aussenden kann.

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