Smarte Technologie, Teil 3

Aus MittelstandsWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Weniger Stromkosten, mehr Unterhaltung

Dan Race

Von Oliver Schonschek

Die guten, alten Handys haben es schwer. Die meisten Leute wünschen sich zwar, mobil erreichbar zu sein, aber längst nicht mehr nur über das Telefon. Auch E-Mail, Skype und Facebook sollen dabei sein, wenn man z.B. im Zug sitzt. Mit einem Smartphone und einer passenden mobilen Datenflatrate ist das kein Problem. Der Smartphone-Absatz zog daher zum Ende 2013 noch einmal kräftig an. Mit Blick auf das Internet der Dinge, Big Data und M2M-Kommunikation in der Industrie hat solche Beliebtheit auch Produktverantwortliche aus anderen Bereichen hellhörig gemacht. Die smarten Phones haben daher bereits smarte Gesellschaft in ihrem smarten Heim.

Die Haustechnik denkt mit

Nicht nur die mobile Kommunikationszentrale soll smart und intelligent sein, sondern auch das Basislager zu Hause: Smart Homes sind ein absoluter Trend, nicht nur, aber auch aus Gründen der Energieersparnis. Thermostatensysteme, die die Wettervorhersage aus dem Internet abrufen und bei der Tagesplanung berücksichtigen, können z.B. die Heizkosten senken. Auch die Beleuchtung kann sich dank smarter Technologie an den aktuellen Bedarf anpassen. In Verbindung mit Smartphones und geeigneten Apps lassen sich Heizung und Beleuchtung auch aus der Ferne steuern bzw., wenn gewünscht, vom heimischen Sofa aus.

Wer sich davon überzeugen möchte, wie es im Augenblick um seine Haussysteme und die Haussicherheit bestellt ist, kann das mit einem Fingerstreich tun, obwohl er gerade am anderen Ende der Welt ist – dank Smartphone und Smart Home. Die private Videoüberwachung sendet die Bilder vom trauten Heim auf das Mobilgerät.

Der smarte Verbraucher achtet dabei auf den richtigen Standard seiner smarten Vernetzung, damit auch alle gewünschten Geräte und Dienste unterstützt werden. Hier gibt es nämlich etliche Unterschiede zwischen Standards wie KNX/EIB, digitalSTROM, io-homecontrol, Z-Wave oder ZigBee.

Hyperlinks aus dem Fernsehkanal

Zu Hause steht für viele allerdings nicht die Heizung im Mittelpunkt des Interesses (solange sie nicht ausfällt). Es ist der Fernseher, der die Freizeit bestimmt, ebenso wie der Internet-PC und das Tablet. Da liegt die Idee nicht fern, Internet und TV zusammenzubringen. Das Ergebnis sind Smart-TVs.

Diese intelligenten Fernseher kombinieren das klassische TV-Gerät, die Multimediafestplatte und den Internet-Zugang. Smart-TVs bieten Fernsehen, Video on Demand, Webzugang, E-Mail, Skype, soziale Netzwerke und noch viele Apps (z.B. von Philips oder von Samsung), die die Unterhaltungswelten von TV und Internet vereinen. Querverweise aus TV-Sendungen ins Internet sind mit einem Klick erreichbar und die Internet-Werbung passt sich an die TV-Gewohnheiten des Nutzers an.

Laufstrecke durchs Internet

Das Internet steckt aber nicht nur im Smart-TV. Man trägt es heute bereits am Handgelenk: Smartwatches sind (bislang noch) abgespeckte Smartphones mit integriertem Armband. Telefonieren, Wetterbericht, E-Mails und natürlich die Uhrzeit sind einige Funktionen dieser neuen Gadgets. Beispiele für Handyuhren und Smartwatches sind die AGENT von Secret Labs, die Android Smartwatch GTS, das Burg watch phone, die Cookoo Smartwatch, das dcone Watch Phone Z1 Android, die GooPhone Smart Watch 3G, die HOT Watch, die Martian Watch, die Omate TrueSmart, die Qualcomm Toq, die Pine und die Pebble Smartwatch sowie die Samsung Galaxy Gear.

Serie: Smarte Technologie
Teil 1 versucht den Hype zu verstehen: Was genau macht Smartphones, Smartwatches und Smart-TVs schlau? Teil 2 erkundigt sich nach dem Datenschutz und warnt davor, dass sich die klugen Helfer selbstständig machen. Teil 3 geht schließlich auf den Markt und sieht sich an, was smarte Produkte bereits können. In einem Extrabeitrag gibt außerdem Dr. Harald Karcher Auskunft, wie ihm die LG G Watch R mit Google-Wear-Software bekommt.

Dank der diversen Fitness-Apps werden sich Smartwatches bald als Fressfeinde der herkömmlichen Pulsuhren erweisen. Man sollte sich allerdings genau überlegen, wie viel Vernetzung nötig ist und ob Laufstrecke, Kalorienverbrauch, Durchschnittsgeschwindigkeit und Ruhepuls wirklich gleich ins Internet übertragen werden müssen.

Fazit: Verbraucher und Hacker sind begeistert

Smart Homes, Smartwatches und Smart-TVs – sie alle stehen auf den Trendlisten der Marktforscher weit oben. Und nicht nur dort. Die gleichen Produkttypen findet man auch als bevorzugte Angriffsziele in den Sicherheitsprognosen für die nächsten Jahre. Cyber-Angriffe auf smarte Produkte sind bereits Realität. Innig zu wünschen wären daher smarte Nutzer, die mit den Datenschutz- und Sicherheitseinstellungen überlegt umgehen. Wirklich gute Produkte bringen nämlich auch diese Möglichkeiten mit.

News Analyst Oliver Schonschek.JPG

Oliver Schonschek bewertet als News Analyst auf MittelstandsWiki.de aktuelle Vorfälle und Entwicklungen. Der Fokus liegt auf den wirtschaftlichen Aspekten von Datenschutz und IT-Sicherheit aus dem Blickwinkel des Mittelstands. Er ist Herausgeber und Fachautor zahlreicher Fachpublikationen, insbesondere in seinem Spezialgebiet Datenschutz und Datensicherheit.


Oliver Schonschek, Tel.: 02603-936116, www.schonschek.de

Nützliche Links