BPI Fertigung Mittelstand 2013, Teil 2

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Neue Technologien beschäftigen die Chefetagen

Von Christoph Witte, Wittcomm

Mittelständische Fertigungsunternehmen sehen ihre zentralen Herausforderungen 2014 vor allem im Einsatz und in der Integration neuer Technologien. Auch Konkurrenzdruck und die Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit sind Probleme, mit denen sie sich beschäftigen müssen. Gewinn- und Kostenoptimierung ist die drittgrößte Herausforderung, mit der sich die Fertigungsindustrie konfrontiert sieht.

Die Aufgaben, denen Mittelständler 2014 gerecht werden wollen, haben sich gegenüber dem vergangenen Jahr deutlich verschoben. Im BPI Fertigung Mittelstand 2012 sahen die befragten Führungskräfte noch vor allem die Themen Kostensenkung, Personalakquise und die Förderung der Kundenbindung als ihre drei größten Herausforderungen. „Nun hoffen die Unternehmen offenbar, ihre Situation durch den Einsatz von Technologie weiter verbessern zu können“, erklärt Peter Burghardt, Managing Director des Kasseler Analystenhauses techconsult. Diese Technologie-affine Einschätzung hegten die Fertiger im vergangenen Jahr noch nicht. Einzig die Kostenfrage taucht unter den für 2014 genannten Aufgabenbereichen wieder auf. „Da die Antworten auf die Frage nicht auf Basis einer Multiple-Choice-Liste, sondern frei formuliert werden, wiegt es natürlich umso schwerer, wenn rund 17 % der Befragten den Einsatz neuer Technologien als Herausforderung bezeichnen“, erklärt Henrik Groß, Studienleiter und Analyst von techconsult, das Ergebnis.

Mit Seitenblick auf die Konkurrenz

Dabei fallen die Bewertungen der Herausforderungen je nach Größe der Unternehmen unterschiedlich aus. Firmen mit 1000 bis 1999 Mitarbeitern schätzen den Einsatz neuer Technologien zwar ebenso als wichtigste Heraus­forderung ein, sehen aber in der Kosten- und Gewinn­optimierung eine vordring­lichere Aufgabe als im Erhalt bzw. im Ausbau der Wett­bewerbs­fähigkeit. Unter­nehmen mit einer Beschäftigten­zahl zwischen 100 und 499 Mitarbeitern halten dagegen die Konkurrenz­fähigkeit für ihre größte Heraus­forderung – noch vor dem Einsatz neuer Technologien und der Gewinn- bzw. Kosten­optimierung. „Wenn die Kosten nicht so extrem im Fokus stehen, deutet das auf eine solide Finanz­basis hin, auf der die Fertigungs­branche zurzeit steht“, erklärt Peter Burghardt.

Das Thema Sicherheit steht noch ganz unten auf der Liste der Heraus­forderungen. Im Kontext der Sicherheits­probleme in Industrie­anlagen in jüngerer Ver­gan­genheit (Stuxnet usw.) und mit dem Trend zu Industrie 4.0 wird sich hier ver­mutlich erst in den nächsten Jahren zeigen, ob die Unter­nehmen bezüglich der Ab­sicherung von Produktions­anlagen und IT-Systemen gut auf­gestellt sind oder ob dies nur noch kein Thema ist.

BPI Fertigung 2013 - Herausforderungen.jpg Die Aufgaben, denen Mittel­ständler 2014 gerecht werden wollen, haben sich gegen­über dem ver­gangenen Jahr deut­lich ver­schoben. Im BPI Ferti­gung Mittel­stand 2012 sahen die be­fragten Führungs­kräfte noch Kosten­senkung, Personal­akquise und die För­derung der Kun­den­bindung als ihre drei größten Heraus­forderungen. (Bild: techconsult)

BPI Fertigung 2013 - BPI IT-Organisation.jpg Die Subbranche mit den besten BPI-Werten in der IT ist im Bereich Prozess­fertigung die Chemie­industrie mit einem BPI von 76 Punkten; die Nahrungs­mittel­branche (58,2 Punkte) schätzt sich dagegen mit am schlechtesten ein. (Bild: techconsult)

In der IT läuft es nur mittelmäßig

Die Prozessperformance ihrer IT schätzen die mittel­ständischen Fertiger nur mittel­mäßig ein: In der Prozess­industrie schneidet das Performance-Monitoring mit einer BPI-Punkt­zahl von 72,1 von 100 noch am besten ab, am niedrigsten fällt der BPI bei der Aufgabe Projekt­management aus (65,2 Punkte) Tätig­keiten im IT-Bereich, die über dem Durch­schnitts-BPI der Gesamt­branche liegen, sind außer­dem die Infra­struktur­verwaltung und -planung (70,3 Punkte) sowie die Server- und Storage-Betreuung (70,1 Punkte). In Sachen BPI unter­durch­schnittlich schneiden die Aufgaben Security/Disaster Management (67,5 Punkte), Support (67,5 Punkte) sowie Hardware-Inventarisierung (68,4 Punkte) ab.

Serie: BPI Fertigung Mittelstand 2013
Teil 1 stellt fest, dass sich die Spitze den Rest des Feldes abhängt. Was Industrie 4.0 bedeutet, weiß hier offenbar kaum jemand. Teil 2 hört sich an, was die Entscheider aktuell umtreibt. Die Ergebnisse hängen stark von der Unternehmensgröße ab. Teil 3 beobachtet besorgt, dass immer mehr Mobilgeräte immer seltener einem zentralen Device Management unterliegen. Aus der Cloud nutzt die Fertigung vor allem SaaS.

Die Subbranche mit den besten BPI-Werten in der IT ist im Bereich Prozessfertigung die Chemieindustrie mit einem BPI von 76 Punkten; die Nahrungsmittelbranche schätzt sich dagegen mit 58, 2 Punkten am schlechtesten ein. Eine Vermutung der Analysten: Die Lebensmittelskandale des vergangenen Jahres haben in der Branche auch dazu geführt, dass Prozesse genauer analysiert wurden und die Selbsteinschätzung hinsichtlich der Prozessperformance nach unten korrigiert wurde.

Bei den diskreten Fertigern liegt die Prozessperformance in der IT bei der Server- und Storage-Betreuung an der Spitze (71, 6 Punkte); Schlusslicht bildet hier das Performance-Monitoring (68,2 Punkte). In den Subbranchen liegen die Hersteller von Gummi- und Kunststoffwaren mit BPI-Werten von 78,7 Punkten in der IT vorn. Diese Subbranche hat sich auch beim Unternehmenserfolg an die Spitze gesetzt. Und wie im Vorjahr weist die Holz- und Möbelindustrie in allen Indikatoren die schlechtesten Performance-Werte auf.

Teil 3 dieser Serie zeigt schließlich, wie die Fertigung SaaS und Cloud Computing nutzt und wie fahrlässig sie mit Mobilgeräten umgeht.
Business Performance Index
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Jeder Mittelständler kann den BPI für sein Unter­nehmen als Benchmark-Werk­zeug nutzen. Dazu muss man lediglich den Frage­bogen unter www.business-performance-index.de aus­füllen. Die Ant­worten werden aus­ge­wertet und zeigen, wo das Unter­nehmen im Vergleich zum unmittel­baren Wett­bewerb (Branche, Sub­branche, Größen­klasse) steht. Damit lassen sich eigene Stärken und Schwächen analysieren. Die Unternehmens­daten bleiben selbst­verständlich anonym.

Eingehende Einzeldarstellungen gibt es im MittelstandsWiki zu den folgenden Ausgaben:

Weitere Informationen zum BPI insgesamt und zu den Einzel­berichten BPI Fertigung, BPI-Dienstleistung und BPI-Handel findet man unter www.business-performance-index.de. Dort stehen alle Berichte auch zum kostenfreien Download bereit.

Nützliche Links

Weitere Informationen finden Sie unter www.business-performance-index.de, wo es den Kurzbericht BPI-Kurzbericht Mittelstand Fertigung 2013 für Deutschland, Österreich und die Schweiz kostenfrei als PDF zum Herunterladen gibt.