IT-Fachkräftemangel 2014

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Externe Dienstleister übernehmen die IT-Abteilung

Von Verena Bunk, techconsult

Um Personalkosten einzusparen, schreiben viele Unternehmen freie Stellen nicht neu aus und streichen Planstellen in der IT-Abteilung. Um den dadurch erzeugten Personalengpässen entgegenzuwirken, um geplante Projekte dennoch durchführen zu können und Mitarbeiter zu entlasten, nehmen die Unternehmen dann vermehrt IT-Serviceleistungen von externen Anbietern in Anspruch. Das hat eine von techconsult im Auftrag von HP durchgeführte Studie ergeben, bei der 300 IT-Verantwortliche in Unternehmen mit 200 bis 5000 Mitarbeitern befragt wurden.

IT-Abteilungen beklagen Personalengpässe

Die Ergebnisse stimmen durchaus bedenklich: Die meisten der befragten IT-Leiter bräuchten mehr IT-Personal, als ihnen derzeit zur Verfügung steht. In gut jedem zweiten Unternehmen fehlen von Zeit zu Zeit IT-Fachkräfte. Ein Viertel der befragten Unternehmen kann technische Herausforderungen aufgrund fehlenden Personals nicht umsetzen. Weitere 8 % leiden unter einer permanenten Unterbesetzung – hiervon sind vor allem die größeren Unternehmen betroffen. Fachkräfte fehlen besonders im Kerngeschäft, der IT/TK-Administration (67 %). In nahezu jedem zweiten Unternehmen fehlt es an Projektmanagern (49 %) und Software-Entwicklern (40 %).

IT-Fachkraeftemangel - Folgen.png Der Mangel an IT-Fach­kräften zeigt sich in Über­stunden, Fehlern und Qualitäts­mängeln. Projekte ver­zögern sich in 56 % der Fälle, in 19 % müs­sen sie sogar komplett ge­strichen werden. (Bild: techconsult)

Der IT-Fachkräfte­mangel bleibt nicht ohne Folgen und hinter­lässt in der Wirt­schaft deutliche Spuren: 68 % der Unter­nehmen gaben an, dass von ihrer IT-Beleg­schaft eine Viel­zahl von Überstunden zu leisten sei, Projekte blieben liegen bzw. müssten geschoben werden (56 %). Fehlende Personalressourcen wirken sich letztendlich auch auf die Arbeitsqualität aus – Qualitätsmängel gaben 38 % der IT-Verantwortlichen an. Jedes fünfte Unternehmen muss aufgrund von Personalmangel sogar Projekte ganz und gar streichen.

Gekürzt wird’s auch nicht länger

Die Ursache für den viel beschworenen „IT-Fachkräftemangel“ liegt offenbar nicht in erster Linie an einem Mangel an Fachkräften, sondern am Mangel an Planstellen bzw. an fehlenden Budgets. Wo Unternehmen offene Stellen gar nicht erst ausschreiben, sondern meist aus Kostengründen einsparen oder wegrationalisieren, ist kaum verwunderlich, dass die Arbeit liegen bleibt. Im Größenvergleich zeigt sich, dass Stellen in der IT-Abteilung in überdurchschnittlich vielen Großunternehmen durch Umstrukturierungen und Auslagerungen wegfallen. Innerhalb der Branchen sind vom „hausgemachten Fachkräftemangel“ insbesondere der Handel und die Öffentlichen Verwaltungen betroffen.

Nur 15 % der IT-Verantwortlichen erwarten zukünftig eine Verbesserung dieser Situation. Die Mehrheit (63 %) ist der Meinung, dass sich die Personallage nicht verändern wird, eine weitere Verschlechterung befürchten 22 % der Unternehmen. Begründet wird dies mit zu geringen Gehältern, mit Personalrestriktion bzw. Einstellungsstopp, mangelnder Qualifikation der Arbeitskräfte und zu schnell wachsenden technischen Anforderungen. Unternehmen werden also zukünftig mehr denn je gezwungen sein, eine alternative Lösung zu finden: Können die Aufgaben und Projekte in der IT-Abteilung nicht durch internes Personal abgedeckt werden, müssen externe IT-Dienstleister ins Boot geholt werden.

IT-Fachkraeftemangel - Loesung.png Das Mittel der Wahl zu Behebung von IT-Personalengpässen sind externe Dienstleister. Dass 23 % kein Problem darin sehen, offene Stellen neu zu besetzen, bestätigt den Befund vom „hausgemachten Mangel“. (Bild: techconsult)

Fazit: Dienstleister als Helfer auf Zeit

Um das Fachkräfteproblem in den Griff zu bekommen, suchen 18 % der Unternehmen die Kooperation mit Hochschulen und Universitäten. Jedes zehnte Unternehmen trifft Vorsorge und bildet Fachkräfte selbst aus bzw. stellt Praktikantenplätze zur Verfügung – hier sind vor allem Großunternehmen mit 5000 und mehr Mitarbeitern Vorbild.

Aus Sicht der befragten Unternehmen sind nach wie vor die herkömmlichen Methoden zur Personalrekrutierung die erfolgreichsten Methoden zur Personalgewinnung: Anzeigen in Jobbörsen und Tageszeitungen sowie die Schaffung und Bindung von Fachkräften über Ausbildungsplätze und Praktika. Daneben spielen jedoch IT-Dienstleister eine immer größere Rolle.

Bereits heute arbeiten 34 % der Unternehmen mit einem externen IT-Dienstleister zusammen, der die Administration der IT-Infrastruktur übernimmt. Weitere 33 % gaben an, zukünftig externe Dienstleister zur Verwaltung ihrer IT-/TK-Infrastruktur in Anspruch nehmen zu wollen. Aktuell haben 15 % bereits Teile ihrer IT-Infrastruktur an einen Dienstleister komplett ausgelagert, zukünftig kommen einige mehr hinzu. Somit dürften in naher Zukunft vor allem IT-/TK-Support-Anbieter mit einer steigenden Nachfrage rechnen.

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