Klickbetrüger leben auf Kosten der Ehrlichen

Kriminelle bedienen sich simpler Tricks, mit Online-Werbung Geld zu stehlen. Der Geschädigte sei dabei der Werbetreibende, berichtet das Fachmagazin Internet Professionell. Möglich werde das, da Yahoo und Co nicht über ausreichend eigene Werbeplätze verfügen, um alle Anzeigen unterzubringen. Daher werde Werbung an Geschäftspartner gereicht, die ihrerseits die Platzierung der Anzeigen übernehmen. Soweit sei das völlig normal und unproblematisch. Kritisch werde es, wenn die Anzeigen erneut weitergereicht würden und letztlich nach mehreren Stationen bei unseriösen Vermarktern landen – nämlich bei Spammern und Spyware-Verbreitern.

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Die einfachste Form des Betrugs ist es dabei, Konkurrenz-Anzeigen so oft anzuklicken, bis deren Tagesbudget erreicht ist. Die Anzeige erscheint deshalb nicht mehr an echten Anzeigenplätzen. Der Schaden ist doppelt: Der Betroffene zahlt für die Klicks, und gleichzeitig bekommen potenzielle echte Kunden die Anzeige nie zu sehen. Betrug auf Partnerseiten: Website-Betreiber verdienen, wenn Anzeigen von Google Adsense oder Yahoo Publisher Network auf ihrer Site angeklickt werden. Einfacher geht es natürlich, wenn man selbst für die nötigen Klicks sorgt, statt auf echte Kunden zu warten. Ein anderer Fall: Im Adwords-Programm von Google hängt die Position einer Anzeige sowohl vom gebotenen Preis als auch vom Erfolg, also der Click Through Rate (CTR) ab. Sinkt die CTR unter 0,5 Prozent, wird die Anzeige abgeschaltet. Will jemand also die Anzeigen der Konkurrenz verschwinden lassen, muss er nur oft genug Seiten mit diesen Anzeigen aufrufen, ohne selbige anzuklicken, um die CTR unter 0,5 Prozent zu drücken.

Immer weiter verbreite sich auch der Betrug mit Spyware-Toolbars. Diese installieren sich automatisch und ungewollt im Browser, rufen versteckt Anzeigen auf und klicken sogar auf selbige. Einziger Gewinner bei diesem Spiel: Der Programmierer der Toolbar, der Provisionen für vermeintliche Adviews kassiert. Und schließlich: Affiliate-Hopping. Klicks, Leads oder Kaufvorgänge im Rahmen von Affiliate-Programmen werden mit ein paar Tricks gleich mehrfach abgerechnet, wenn das Opfer seine Affiliate-Dienste über mehrere Affiliate-Netzwerke gleichzeitig anbietet (Quelle: Internet Professionell).