Mehrwertsteuererhöhung belebt Weihnachtsgeschäft

Jeder fünfte Verbraucher in Deutschland hat bereits größere Ausgaben in dieses Jahr vorgezogen und 11 Prozent der Verbraucher geben an, noch bis Ende 2006 von einem niedrigeren Mehrwertsteuersatz profitieren zu wollen. Das ist das Ergebnis einer  Studie des Marktforschungsunternehmens GfK zur Mehrwertsteuererhöhung, die heute in Nürnberg bekannt gegeben wurde.

Anzeige
c't wissen - DSGVO 2020 in der Praxis

Vor allem für Bekleidung (4 Prozent), Möbel, Haushaltsgeräte und Renovierungsarbeiten (jeweils 3 Prozent) wollen die Konsumenten nach eigener Einschätzung bis Ende dieses Jahres noch verstärkt Geld ausgeben. Am häufigsten wurden bereits in diesem Jahr Ausgaben für Möbel (9 Prozent), Renovierungsarbeiten (9 Prozent), Haushaltsgeräte (7 Prozent), Geräte der Unterhaltungselektronik und Automobile (jeweils 5 Prozent) getätigt, die ursprünglich für das kommende Jahr 2007 vorgesehen waren.

Deutlich mehr vorgezogene Konsumausgaben gibt es in Ostdeutschland: Während nur 29 Prozent der westdeutschen Verbraucher größere Ausgaben noch in diesem Jahr getätigt haben, beziehungsweise noch vorziehen wollen, sind es in den neuen Bundesländern 37 Prozent.

Verbraucher in mittleren und gehobenen Einkommensverhältnissen zeigen sich am ausgabefreudigsten: Knapp jeder dritte Konsument in gehobenen und jeder fünfte Konsument in mittleren Einkommensverhältnissen haben im Jahr 2006 bereits größere Anschaffungen vorverlegt.

Weitere 15 beziehungsweise 13 Prozent planen dieses noch bis zum Jahresende. So wird insgesamt in gehobenen Einkommensverhältnissen nahezu jeder zweite und in mittleren Einkommensverhältnissen jeder dritte Verbraucher aufgrund der kommenden Mehrwertsteuererhöhung den Konsum in diesem Jahr intensiviert haben.

Fast jeder zehnte der jüngeren Verbraucher, zum Beispiel die Gruppe der Auszubildenden, will ebenfalls noch Anschaffungen vorziehen: hier stehen vor allem Bekleidung, Schuhe und Geräte der Unterhaltungselektronik im Fokus.

Knapp ein Viertel der Konsumenten in einfacher Lebenslage und ein Viertel der älteren Verbraucher im Ruhestand haben bereits vorgezogene Anschaffungen getätigt beziehungsweise ziehen dieses noch in Erwägung.

Für Reparaturen und Renovierungsarbeiten, die in diesem Jahr noch stattfinden, werden dabei nach eigener Einschätzung der Verbraucher durchschnittlich bis zu 2.500 Euro ausgegeben. Im Einrichtungsbereich sind es ungefähr 1.500 Euro und für Geräte im Haushalt und im Bereich der Unterhaltung werden durchschnittlich 750 Euro genannt. Für Bekleidung und Schuhe hingegen liegen die vorgezogenen Ausgaben bei einem Betrag von deutlich unter 500 Euro.

Im Rahmen dieser Studie befragte die GfK Marktforschung im Oktober 2006 insgesamt 2.050 Verbraucher in Deutschland. Die Studie ist repräsentativ für 64,9 Millionen Verbraucher ab 14 Jahren in Deutschland. (GfK/ml)