Gründe für Ratings im Mittelstand im Wandel

Die Gründe für mittelständische Unternehmen – darunter immer mehr mit guter Bonität – sich einem Rating zu unterziehen, unterliegen einem Wandel. Das ist jedenfalls die Erfahrung des Experten und Vorstands der Rating Services AG, Hans J. Loges. „Es sind konkrete Finanzierungsanlässe, die Unternehmen heute bewegen, ein Rating durchführen zu lassen.“ In früheren Jahren hätten Unternehmen eher ein Rating in Auftrag gegeben, um ihre Marketing- und Vertriebssituation zu stärken oder für das bankeninterne Rating vor einer Darlehensvergabe besser gerüstet zu sein.

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Chefanalystin Dr. Maria Zeller sieht einen weiteren Grund für diese Entwicklung in den gelockerten Zugangsbedingungen für Eigenkapital: „Während in früheren Jahren Mezzanine-Kapitalgeber dafür die Hürde sehr hoch setzten und eine hervorragende Notation von mindestens BBB- verlangten, liegt sie heute vielfach bei BB.“ Das ermutige und veranlasse immer mehr solide mittelständische Firmen, auch bankenexterne Mezzanine-Finanzierungen zu suchen und hierfür ein Rating durchführen zu lassen.

Eine jetzt veröffentlichte Studie des Lehrstuhls für Finanz- und Bankwirtschaft der Universität Augsburg kommt zum gleichen Ergebnis. Immer mehr Firmen erkennen, dass sie neben dem traditionellen Bankkredit auch auf komplementäre Finanzierungen wie beispielsweise eigenkapitalähnliches Mezzanine-Kapital, Private Equity, Venture Capital oder Leasing und Factoring zurückgreifen müssen, um ihre Finanzierung auf eine breitere Basis zu stellen. Damit rücken Ratings als klassisches Instrument des Kapitalmarktes nach Aussage von Loges auch im Mittelstand stärker in den Vordergrund, um die Finanzierungssituation der Unternehmen zu verbessern. Mit dem richtigen Mix komplementärer Finanzierungsinstrumente könnten Bilanzrelationen optimiert, die Bonität erhöht und eine bessere Basis für zusätzliche Kapitalgeber geschaffen werden. (Pressemitteilung.Webservice/ml)
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Weiterführende Literatur:

  • MittelstandsBlogschrift 0614 zum Thema „Finanzierungsalternativen für den Mittelstand“ (27-seitige PDF-Broschüre, ca. 1MB, kostenloser Download)