Regulierung und empfundene Arbeitsplatzsicherheit

Eine hohe Regulierung des Arbeitsmarktes ist kein Garant dafür, dass Beschäftigte das Gefühl haben, einen sicheren Arbeitsplatz zu besitzen. Das zeigt der Vergleich, den das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln in seiner jüngsten Vierteljahresschrift zur empirischen Wirtschaftsforschung gezogen hat. Trotz des stark ausgebauten Kündigungsschutzes ist die subjektiv empfundene Arbeitsplatzsicherheit in Deutschland relativ gering (siehe Infografik).

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Hier ein Auszug aus „IW-Trends – Vierteljahresschrift zur empirischen Wirtschaftsforschung“ aus dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln, 33. Jahrgang, Heft 4/2006:

Laut European Social Survey halten hierzulande gerade einmal 18% der Beschäftigten ihren Job für sicher. Ähnlich geht es den Beschäftigten in Tschechien, Polen, Griechenland und Portugal – trotz oder gerade wegen der strengen Arbeitsmarktvorschriften. In Dänemark machen sich dagegen knapp 32% der Arbeitnehmer keine Sorgen um ihren Job; in der Schweiz gilt dies sogar für 42% der Befragten. Vergleichbar zufrieden sind auch die Arbeitnehmer in Großbritannien und Belgien. Dabei sind in diesen Ländern die staatlichen Schutzzäune rund um den Arbeitsplatz weitaus niedriger als in der Bundesrepublik.

Dieser Zusammenhang erklärt sich unter anderem durch die Arbeitsmarktstrukturen. Während in Deutschland mehr als die Hälfte aller Arbeitslosen länger als ein Jahr ohne Beschäftigung ist, trifft dies in Dänemark, der Schweiz und Großbritannien nur auf jeden vierten Arbeitslosen zu. Das Wissen, nach einer Kündigung nicht lange ohne Job zu bleiben, verringert dort offenbar die Angst vor einem Stellenverlust. Es erweist sich also als sinnvoll, die Arbeitsmarktregulierung einzuschränken und Sicherheit auf anderem Wege zu vermitteln. Die dänische Arbeitsmarktpolitik des konsequenten Förderns und Forderns ist hierfür ein gutes Beispiel.

Die Vierteljahresschrift steht per Download zur Verfügung. (IW/ml)

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