Zweitkarriere gegen Langeweile eines zu frühen Ruhestands

Während die Gewerkschaften die moderate Anhebung des Rentenalters in Deutschland immer noch verteufeln, zeigen Trends im Personalbereich, dass ein späterer Ruhestand nicht nur wirtschaftlich nötig ist, sondern oft auch gewollt wird. Eine Untersuchung der internationalen Personalmanagementberatung Korn/Ferry International unter über 270 internationalen Personalvermittlern ergab, dass immer mehr Führungskräfte eine zweite Karriere starten oder den Beruf wechseln, wenn der Ruhestand naht.

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© Heise Events

Diese Erfahrung machten 58% der Personalvermittler. Wenn man die Zahl der heute verfügbaren Angebote für Zweitkarrieren von Führungskräften mit der von vor zehn Jahren vergleicht, gibt die große Mehrheit der Personalvermittler (84%) an, dass diese zumindest gleich geblieben, wenn nicht sogar gestiegen ist.

Die Hauptgründe, warum Führungskräfte eine zweite Karriere wünschen, sind den Personalvermittlern zufolge Langeweile im Ruhestand (22%), der Wunsch nach Produktivität (21%) und die Suche nach einer intellektuellen Herausforderung (20%). Zu den weiteren Gründen zählen ungenügende Ersparnisse für den Ruhestand (13%) und das Bedürfnis nach persönlichen Beziehungen mit Anderen (13%).

Auf die Frage, welche Art von Zweitkarriere Führungskräfte suchen, nannte der größte%satz der Personalvermittler (80%) Beratungsprojekte , gefolgt von der Aufnahme einer eigenen Geschäftstätigkeit (66%), Arbeit als Freiberufler (56%) und Übernahme von befristeten Aufträgen (49%). Persönliche Interessen, u.a. ehrenamtliche Tätigkeiten oder die Ausübung eines Hobbys tauchten erst an späterer Stelle auf. (na/ml) ENGLISH