ifo-Geschäftsklima schwächelt

Der Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung an der Universität München hat sich im Juni verschlechtert. Er fiel von 108,6 im Mai auf 107,0 im Juni. Die befragten Unternehmen beurteilen ihre derzeitige Geschäftslage etwas weniger positiv als im Vormonat (111,4 Punkte gegenüber 112,5 im Mai), und auch der Optimismus in ihren Geschäftserwartungen für das kommende halbe Jahr ist von 104,8 auf 102,8 Punkte gesunken.

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Beide Komponenten des Geschäftsklimas seien aber nach wie vor auf einem hohen Niveau und sprächen für eine weiterhin robuste Konjunktur, so Hans-Werner Sinn, Präsident des ifo-Instituts.

Im Bereich des verarbeitenden Gewerbes ist der Klimaindikator nach dem Anstieg in den vorangegangenen drei Monaten im Juni erstmals wieder gesunken. Die aktuelle Geschäftslage wird zwar ähnlich positiv eingestuft wie im Mai, nicht aber die Perspektiven. Sie werden deutlich weniger positiv beurteilt. Unverändert optimistisch wird jedoch die Entwicklung des Exportgeschäfts gesehen. Sogar etwas zugenommen haben die Meldungen über einen geplanten Personalaufbau.

Im Einzelhandel ist der Geschäftsklimaindex gesunken. Die Unternehmen stufen ihre aktuelle Situation ungünstiger ein, ihre Perspektiven für die kommenden sechs Monate haben sich jedoch aufgehellt. Im Großhandel hat sich das Geschäftsklima spürbar verschlechtert. Insbesondere die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage, aber auch die Erwartungen haben sich abgeschwächt. Im Bauhauptgewerbe hat sich das Geschäftsklima leicht eingetrübt. Die Umfrageteilnehmer bewerten die aktuelle Lage nahezu unverändert, während sie ihre Perspektiven ungünstiger als im Vormonat einschätzen.

Der ifo Geschäftsklimaindikator für das Dienstleistungsgewerbe hat sich im Juni geringfügig verschlechtert. Die momentane Geschäftslage beurteilen die Dienstleister etwas weniger positiv als im Mai, die Zukunftsperspektiven sehen sie aber unverändert optimistisch. Beide Komponenten sind nach wie vor deutlich im positiven Bereich, was für die nächsten Monate auf eine weiterhin günstige Konjunkturentwicklung im Dienstleistungsgewerbe schließen lässt. Der Beschäftigungsaufbau dürfte sich fortsetzen. (ifo/ml)