Von der Abfall- zur Ressourcenlogistik

Der Bedarf an Rohstoffen wie Eisenerzen und Brennstoffen steigt – nicht nur in den Industrieländern, sondern auch in den Schwellenländern. Die Ressourcen werden deshalb knapper und teurer. Auf der Messe „transport und logistic“ in München präsentieren Forscher des Fraunhofer Instituts für Materialfluss und Logistik (IML) Konzepte und Modelle für Ressourcen-Logistik. Darüber hinaus zeigen sie aktuelle Entwicklungen, um teure Konsumgüter zu sichern, Standorte- und Transportnetze zu optimieren sowie zu RFID. Die Messe dauert vom 12. bis 15.6.2007.

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Der weltweite Verbrauch an Rohstoffen wird vom World Ressources Institute mit ca. 5,6 Mrd Tonnen pro Jahr beziffert, Tendenz steigend. Doch die natürlichen Vorkommen von fossilen Brennstoffen wie Erdöl, -gas oder Kohle sowie stofflich genutzten Rohstoffen, wie Edelmetalle oder Eisenerzen sind begrenzt. „Urban Mining“, die Gewinnung von Wertstoffen aus Zivilisationsabfällen und Produktionsreststoffen, ist für einige Rohstoffe bereits ein etablierter Markt. Allein die in Deutschland eingesparten Metalle wie Eisenerz oder Bauxit haben einen Wert von gut 1,4 Mrd Euro pro Jahr. Dies entspricht rund 20 Prozent der jährlichen deutschen Importe an Erzen und Konzentraten.

„Das Angebot an Sekundärrohstoffen muss in den nächsten zehn bis 15 Jahren zunehmen, da die Rohstoffe immer knapper werden“, so Andreas Nikel vom Fraunhofer IML. „Aufgabe der Ressourcenlogistik ist es, diese Materialströme zu steuern und zu optimieren.“ Eine große Herausforderung dabei ist, die geforderten Ressourcen ausreichend, kontinuierlich und in gleichbleibender Qualität zur Verfügung zu stellen.

In verschiedenen Projekten erarbeitet das IML Lösungen für die kommenden Herausforderungen: So wird in engem Dialog mit regionalen Entsorgungsunternehmen ein Leitstand für die Ressourcenlogistik entwickelt und erprobt, mit dem die dynamischen Stoffströme in komplexen Netzwerken in Echtzeit visualisiert, optimiert und gesteuert werden können. Eine weitere Thematik ist, die Einsatzmöglichkeiten neuer Frequenzen bei der Radiofrequenz-Identifikation (RFID) in der Ressourcenlogistik zu untersuchen.

Der Stand der Wissenschaftler auf der Messe ist in Halle C4 (Stand 501/602) zu finden. (idw/ml)