Fraunhofer Institut plant virtuelle Fabrik in Second Life

Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA plant den Aufbau der ersten virtuellen Fabrik im Internet, die so genannte „Factory Second Life“. Sie soll in die Umgebung der immer populärer werdenden Software „Second Life“ eingebettet werden. Jetzt wird die virtuelle Welt durch die digitale Fabrik, Produktion und Logistik erweitert.

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© Heise Events

Der Schritt dürfte nach den negativen Schlagzeilen der letzten Monate für die Simulationswelt „Second Life“ einiges Erstaunen auslösen. Immerhin gilt das renommierte Institut als Hort wirtschaftlich kompetenter Wissenschaftler.

Die Wissenschaftler begründen ihre Entscheidung damit, dass Computer und Instrumente der modernen Informationstechnik in den letzten zwei Jahrzehnten alle Bereiche der Fertigungs- und Produktionstechnik entscheidend geprägt und beeinflusst haben. Heute gehören Simulationsverfahren zur Vorbereitung effektiver und leistungsfähiger Produktionsprozesse ihrer Meinung nach schon zum Standard.

Die Entwicklung gehe aber weiter. Ein nächster Schritt sei die Implementierung der Digitalen Fabrik in Second Life. Diese Internet-3-D-Infrastruktur ist seit 2003 online und hat inzwischen mehr als sieben Millionen registrierte Nutzer. Davon sollen zwischen 15.000 und 50.000 durchschnittlich rund um die Uhr das System aktiv nutzen. Die Potenziale dieses neuen Mediums werden bereits von vielen nationalen und internationalen Unternehmen (IBM, Siemens, Bosch, Mercedes, Nike u. a) und Institutionen (Botschaft Schwedens, Weltwirtschaftsforum Davos, Landesvertretung Baden-Württemberg, Technische Universität Berlin u. a.) hauptsächlich zu Marketingzwecken getestett.

Vor dem Hintergrund dieser vielfältigen Aktivitäten will das Fraunhofer IPA internetbasierte Nutzenkonzepte für Unternehmen erarbeiten und als Pilotprojekte in „Second Life“ demonstrieren. Darüber hinaus sollen auch Workshops, Seminare und Konferenzen zu den Themen Fabrikplanung, Logistik sowie Produktionsplanung und -steuerung in der virtuellen Welt angeboten werden.

„Wir sind davon überzeugt, dass das dreidimensionale Internet auch für die Produktion und Logistik von Nutzen ist, indem es dazu beitragen wird, einen Wettbewerbsvorteil herauszuarbeiten“, sagte Dr. Holger Barthel, Verantwortlicher für die Themengebiete Logistik und Produktionsplanung und -steuerung am Fraunhofer IPA. „Die Originalität bzw. die Unkonventionalität der Idee liegt darin, die offene und in der Öffentlichkeit immer bekannter werdende Software von Linden-Labs „Second Life“ auch für das Produzieren zu nutzen. (idw/ml)

Podcasts und Meldungen zu Second Life:

  1. Business-Building-Wettbewerb in Second Life (Meldung)
  2. Von Mücken und Marken im zweiten Leben (Podcast)
  3. Zweites Leben als erstklassige Chance (Podcast)