Einkauf in Niedriglohnländern immer wichtiger

Der Einkauf in Niedriglohnländern ist für viele Unternehmen ein entscheidender Kostenfaktor, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Scheitern Einkäufe in Niedriglohnländern, liegt es meist am Widerstand innerhalb des eigenen Unternehmens: Die Frage lautet dabei häufig, ob die Beschaffung wirtschaftlich sinnvoll sei und internationalen Qualitätsstandards genüge. Der Erfolg von Beschaffungen, so die Erfahrungen von Roland Berger Strategy Consultants, hängt somit oft vom Engagement des Top-Managements ab.

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Die Strategieberatung hat fünf Erfolgsfaktoren ermittelt, die bei den meisten Unternehmen über den Einkaufserfolg in Niedriglohnländern entscheiden. (ots/ml)

  1. Wahl der richtigen Produktgruppen: Der Einkaufserfolg hängt von der richtigen Wahl der zu beschaffenden Produktgruppen ab. Dadurch beweist das Management den Mitarbeitern, dass es die Stärken der eigenen Produkte kennt und bemüht ist, diese Vorteile auszubauen.
  2. Sorgfältige Datenanalyse, um die Gesamtkosten korrekt zu bestimmen: Wichtig ist, dass Unternehmen die gesamten Einstandskosten der Beschaffung aus einem Niedriglohnland berücksichtigen, damit ein realistischer Kostenvergleich vorgenommen werden kann. Die Unternehmensführung zeigt so, dass sie die Maßnahme durchdacht, sorgfältig geplant und alle möglichen Kosten und Konsequenzen berücksichtigt hat. So gilt es beispielsweise, Logistikkosten, Qualitätsfragen und den Warenbestand mit in die Gesamtkostenanalyse einzubeziehen.
  3. Investitionen in Mitarbeiter und Top-Management: Ein Unternehmen benötigt vor allem erfahrene Mitarbeiter, um mit dem Einkauf in Niedriglohnländern Erfolg zu haben. Die Freistellung von Personal für diese Aufgaben ist kosten- und zeitaufwendig, aber auch das Top-Management sollte sich bei diesem Thema engagieren. Denn die Maßnahmen erhalten so automatisch eine höhere Priorität, werden im Unternehmen stärker unterstützt und erfahrungsgemäß besser umgesetzt. Und die Top-Manager können so mögliche Spannungen zwischen verschiedenen Unternehmensbereichen abbauen.
  4. Bildung funktionsübergreifender Teams: Neben Mitarbeitern aus dem Einkauf sollte auch Personal aus Produktentwicklung, Qualitätssicherung, Logistik und Produktion an der Beschaffung beteiligt sein. Zu diesem Team sollte ferner ein Mitarbeiter gehören, der bereits berufliche Erfahrung in dem betreffenden Land gesammelt hat. Das schafft Vertrauen und mögliche Bedenken innerhalb des Teams können so leichter ausgeräumt werden.
  5. Prozesse transparent gestalten: Beschaffungen können erfolgreich sein, wenn das Management zeigt, wie Mitarbeiter und Unternehmensbereiche zusammenarbeiten sollten. Beispielsweise hat ein Unternehmen sogar Informationsveranstaltungen mit Projektpräsentationen organisiert und Broschüren dazu herausgegeben. Es hat die einzelnen Mitarbeiter und das Projektteam einander vorgestellt, klare Ziele, Aufgaben und Projektpläne dargelegt und von ersten Erfolgen beim Einkauf in Niedriglohnländern berichtet. Diese Bemühungen haben sich ausgezahlt, die Mitarbeitermotivation konnte so signifikant gesteigert werden. Eine offene Kommunikation baut Befürchtungen ab und ermöglicht es, mit Ängsten rational umzugehen.