DIHK-Umfrage belegt Fachkräftemangel

Ein Drittel der Unternehmen in Deutschland kann derzeit offene Stellen zumindest teilweise nicht besetzen. Das sind doppelt so viele wie im Herbst 2005. Laut der Studie „Kluge Köpfe – vergeblich gesucht!“ des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) fehlt es vor allem an Technikern. Der DIHK schätzt, dass der deutschen Wirtschaft – auf das gesamte Jahr 2007 gerechnet – rund 400.000 Fachkräfte fehlen.

Der dadurch entstehende volkswirtschaftliche Schaden ist immens: Der Wirtschaft entgehen rund 23 Milliarden Euro Wertschöpfung. Das bedeutet in diesem Jahr rein rechnerisch einen Wachstumsverlust von einem Prozentpunkt, mahnt der DIHK. Zudem gerate Deutschland auch im EU-Wettbewerb um die besten Fach- und Führungskräfte zunehmend ins Hintertreffen.

Die DIHK-Umfrage unter knapp 20.000 Unternehmen verdeutlicht zudem, dass exportstarke Industriezweige vom Fachkräftemangel besonders betroffen sind. Im Maschinenbau beispielsweise haben fast zwei Drittel der Betriebe Schwierigkeiten, geeignete Kandidaten für ihre offenen Stellen zu finden. Kaum geringer sind die Probleme in der Medizin- und Elektrotechnik, im Kraftfahrzeugbau und in der Pharmazie.

Nachdem die aktuelle Konjunktur gerade von den Erfolgen der deutschen Exportindustrie getragen werde, stelle sich der Mangel an qualifiziertem Personal damit als eine zentrale Wachstumsbremse in Deutschland dar. Laut Verband wollen die Betriebe noch intensiver als bisher den Erfahrungsschatz älterer Arbeitnehmer nutzen. Die Politik müsse diese positive Entwicklung aber unterstützen.

Die Ergebnisse der Erhebung „Kluge Köpfe – vergeblich gesucht! Fachkräftemangel in der deutschen Wirtschaft“ stehen online per Download zur Verfügung. (DIHK/ml)

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0 Kommentare:

  1. EP : Was klagt der Mittelstand?
    Diesen Mangel, diesen Schaden haben die Verantwortlichen selber herbeigeführt durch schlechte Bezahlung und Investitionsverweigerung. Das Alles mit Billigung unserer Regierungs- und Parlament*** (von der Redaktion unkenntlich gemacht), die sich standhaft weigern, die Erträge ihrer Unterlassungen drakonisch zu besteuern und Mindestlöhne festzusetzen. Und das alles mit unterstützender Korrumpierung durch die Wirtschaft, geistige Inzucht.

    Dieser Freibrief führt aber nicht nur zu Prekariat und Kaufkraftverlust, sondern auch zur Zerstörung unserer nationalen zivilisatorischen Leistungsfähigkeit also unserer internationalen Konkurrenzfähigkeit: Früher haben die hohen Einkommen zu hoch- und höchstwertigen Investitionen gezwungen, um trotz hoher Einkommen Gewinne erwirtschaften zu können. Damit konnte die Produktivität der Billiglohnländer leicht übertroffen und auch leicht die Rente und alles andere Nicht-Produktive finanziert werden. Heute versucht man mit niedrigen Einkommen gegen Einkommen in Bangla Desh zu konkurrieren. Aber selbst Bangla Desh setzt irgendwann
    Kapital zur Produktivitätssteigerung ein und dann gehen diese Billiglohn-„Unternehmen“ unvermeidlich und wohlverdient pleite.

    Zu all dem kommt noch die nationale Fehlsteuerung bei Bildung und Bewußtsein, die erst jetzt korrigiert werden, deren Erfolg aber wohl erst
    in 20 Jahren greift.

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