Abschwung bremst Geschäftsführergehälter aus

Die abflachende Konjunktur bremste die Gehälter der Geschäftsführer bereits dieses Jahr aus. Die Gehälter legten 2008 nur rund 4% gegenüber dem Vorjahr zu. Das sind 0,9 Prozentpunkte weniger, als sie 2007 gestiegen sind. Derzeit verdient ein Geschäftsführer in Deutschland durchschnittlich 280.000 Euro im Jahr. Bei Gesellschafter-Geschäftsführern sind es 271.000 Euro, bei Angestellten-Geschäftsführern 283.000 Euro. Das ergab die Vergütungsstudie „Geschäftsführer 2008“ der Managementberatung Kienbaum, für die Geschäftsführer aus knapp 500 Unternehmen befragt wurden.

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Ein weiteres Ergebnis der Studie: Parallel zum gesamten Gehalt stieg der Anteil der variablen Vergütung am Gesamtgehalt auf durchschnittlich 35%. So konnten viele Geschäftsführer ihre Gesamtbezüge zusätzlich erhöhen. „Die gute Konjunktur der vergangenen zwölf Monate hat vielen Unternehmen hohe Gewinne beschert und damit den Geschäftsführern einen Gehaltsbonus. Immer mehr Unternehmen setzen auf variable Gehaltskomponenten, weil diese die Vergütung der Manager an die Geschäftsentwicklung koppeln“, erläutert Kienbaum-Vergütungsexperte Christian Näser die Zahlen.

Die Höhe der Tantieme ist sehr unterschiedlich: In kleinen Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern sind es 43.000 Euro im Jahr, das entspricht knapp einem Viertel der Gesamtbezüge. Firmen mit mehr als 5000 Angestellten zahlen ihrem Topmanagement einen Bonus von 261.000 Euro – das ist die Hälfte der Jahresgesamtbezüge.

Die Ertragslage hat erheblichen Einfluss auf die Höhe der variablen Vergütung: Mehrere Hunderttausend Euro Differenz liegen zwischen den Boni unterschiedlich erfolgreicher Geschäftsführer. In Unternehmen mit mehr als 5000 Mitarbeitern erhält ein Geschäftsführer bei unterdurchschnittlicher Ertragslage im Schnitt 162.000 Euro (39% der Gesamtbezüge), während bei überdurchschnittlichem Unternehmenserfolg 540.000 Euro gezahlt werden (71% der Gesamtbezüge).

Vergütungsexperte Näser warnt aber auch: „Geschäftsführer sind wie keine andere Personengruppe bei ihrem Einkommen vom Erfolg des Unternehmens abhängig. Wegen der weltweiten Finanzkrise und der abflauenden Konjunktur wird ihr Gehalt deshalb voraussichtlich im kommenden Jahr weniger stark steigen oder sogar sinken.“

Es verwundert deshalb nicht, dass die Jahresgesamtbezüge der deutschen Manager stark variieren: Die Spanne reicht von weniger als 60.000 Euro bis mehr als 2,7 Millionen Euro. Ein Drittel der Geschäftsführer verdient bis rund 180.000 Euro, ein weiteres Drittel erhält zwischen 180.000 und 270.000 Euro und die übrigen erzielen höhere Gehälter. 11% überschreiten in diesem Jahr die Schwelle von einer halbe Million Euro. Die Umsatzrendite wirkt sich ebenfalls auf die Gehaltshöhe aus: In Unternehmen mit einer Umsatzrendite von weniger als 5% werden 15% geringere Bezüge als der Durchschnitt gezahlt. Firmen mit einer Umsatzrendite von mehr als 10% zahlen ihrem Topmanagement Gesamtbezüge, die 14% über dem Durchschnitt liegen.

Immer weniger Unternehmen zahlen ihren Geschäftsführern eine betriebliche Altersversorgung. Kamen vor drei Jahren noch 81% in den Genuss dieser Zusatzleistung, sind es heute nur 76% – der niedrigste Stand seit 2002. Von der klassischen Leistungszusage geht der Trend zu beitragsorientierten Zusageformen: Deren Anteil liegt mittlerweile bei 40%. Auch die Höhe der Zusagen stagniert oder geht zurück: Bei der einkommensabhängigen Leistungszusage ohne Anrechnung der gesetzlichen Rente sank die Bezugsbasis – der Anteil an den letzten Gesamtbezügen – von 42% (2004) auf heute 26%. (Kienbaum/ml)ENGLISH