Deutsche Wirtschaft im Belastungstest

Für dieses Jahr erwartet die Bundesregierung in ihrer Herbstprojektion im Jahresdurchschnitt ein reales Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Höhe von 1,7%. Für das Jahr 2009 geht die Bundesregierung von einem Wachstum in Höhe von 0,2% aus. Die deutsche Wirtschaft werde derzeit einem harten Belastungstest ausgesetzt, mahnt Bundeswirtschaftsminister Michael Glos angesichts der diesjährigen Herbstprojektion. Vor allem der Außenhandel werde im kommenden Jahr als Wachstumsmotor ausfallen.

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Das ifo-Geschäftsklima und die Auftragseingänge sind in den vergangenen Monaten deutlich zurückgegangen und deuten auf eine schwächere wirtschaftliche Entwicklung hin. Dies habe sich inzwischen auch in der Produktion niedergeschlagen, bedauert Glos.

Die Investitionen in Ausrüstungen schwanken stärker als die gesamtwirtschaftliche Aktivität; sie werden nach Meinung der Bundesregierung in diesem Jahr deutlich zunehmen und im kommenden Jahr ähnlich stark zurückgehen. Die sinkenden Investitionen und die schwächere wirtschaftliche Aktivität schlagen sich dann mit Verzögerung auch auf den Arbeitsmarkt nieder. Die Erwerbstätigkeit wird laut Projektion im Jahresdurchschnitt 2008 voraussichtlich um rund 530.000 Personen zunehmen und im Jahresdurchschnitt 2009 um rund 40.000 Personen abnehmen. Weitgehend spiegelbildlich dazu entwickelt sich die Arbeitslosigkeit. Im Jahr 2008 werden im Jahresdurchschnitt etwa 510.000 Personen weniger arbeitslos sein. Im Jahr 2009 wird die Arbeitslosigkeit – auch aufgrund einer demografischen Entlastung – mit 3,3 Millionen Personen nahzu konstant bleiben.

Die insgesamt noch gute Entwicklung am Arbeitsmarkt und die stärkeren Einkommenszuwächse führen voraussichtlich dazu, dass sich der private Konsum im kommenden Jahr leicht erholen wird. Dazu wird auch die rückläufige Preisentwicklung beitragen. Die Bundesregierung erwartet im Durchschnitt des Jahres 2008 eine Zunahme des Verbraucherpreisniveaus um 2,8% und im Jahresdurchschnitt 2009 um 2,1%.

Die Bundesregierung trage mit ihrer Wachstumsprojektion den – auch schon vor der aktuellen Finanzmarktturbulenzen erkennbar gewordenen – Abschwächungstendenzen Rechnung, so Glos. In der Projektion wird allerdings unterstellt, dass die Finanzmarktkrise wegen des Maßnahmenpakets der Regierung keine weiteren größeren Verwerfungen verursacht und das Bankensystem die Krise weitgehend unbeschadet übersteht.

(BMWi/ml)