Herbstgutachten prognostiziert für die EU Stagnation

EU-Kommission
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Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in der EU27 und der Eurozone (EZ15) wird von 2008 bis 2010 nahezu stagnieren, warnt die EU-Kommission in ihrer am Montag vorgelegten Herbstprognose. 2008 werde in der EU27 zwar noch ein Wachstum von 1,4% erreicht werden (2007: 2,9%), aber schon 2009 werde das BIP lediglich um 0,2% zulegen. Erst 2010 sei wieder mit einem schrittweisen Anstieg auf 1,1% zu rechnen.

Für die Eurozone sehen die Prognosen ähnlich aus: 2008 werde noch ein Wachstum von 1,2 % erreicht. 2009 sinke das Wachstum voraussichtlich auf 0,1%. 2010 sei dann wieder ein Plus von 0,9% zu erwarten.

Das Wachstum der Weltwirtschaft werde in diesem Jahr deutlich sinken und nur noch 3,75% erreichen, warnen die Kommissionsexperten. Für das Jahr 2009 erwarten sie sogar nur noch 2,25%. Dies werde zunächst besonders die Industrieländer betreffen, aber in zunehmendem Maße auch die Schwellenländer. Ursache dafür seien die Finanzkrise und der derzeitige Verfall der Immobilienpreise in vielen Ländern, aber auch die sich mit Verzögerung auswirkenden hohen Rohstoffpreise.

„Der wirtschaftliche Horizont hat sich jetzt erheblich verdüstert, da die Europäische Union die Folgen der Finanzkrise zu spüren bekommt, die sich im Herbst verschlimmert und das Vertrauen bei Unternehmen und Verbrauchern beeinträchtigt,“ erklärte EU-Wirtschafts-und Währungskommissar Joaquín Almunia. Er forderte deshalb: „Wir müssen auf EU-Ebene koordiniert handeln, um die Wirtschaft zu unterstützen – in der Art, wie wir es für den Finanzsektor getan haben.“

Für den Arbeitsmarkt rechnen die Experten der Kommission damit, dass zwischen 2009 und 2010 die Arbeitslosigkeit um ca. 1% steigen wird. Für die Preise sehe die Entwicklung positiver aus: Der Inflationsdruck nehme wegen der sinkenden Ölpreise ab , so dass sich die Risiken von Zweitrundeneffekten abschwächen. Nach dem Erreichen ihres besten Standes seit 2000 werde sich die Haushaltslage in den kommenden Jahren wieder verschlechtern. Die Rettungspakete könnten sogar zu einem Anstieg der Staatsschulden führen, befürchten die Kommissionsökonomen.

Die Prognosen seien allerdings durch erhebliche Ungewissheiten und Abwärtsrisiken belastet, warnen die Kommissionsexperten. Der finanzielle Druck könnte sich noch erhöhen, könnte länger anhalten oder sich stärker auf die Realwirtschaft auswirken und damit zu weiteren negativen Auswirkungen führen.

Detaillierte Prognosen der EU-Kommission für alle Mitgliedsländer stehen online zur Verfügung.

(EU-Kommission/ml)