Windindustrie gegen Finanzkrise fast immun

In einem weiter wachsenden Weltmarkt hat sich der deutsche Markt für Windernergie 2008 auf einem stabilen Niveau gehalten, gaben der Bundesverband WindEnergie (BWE) und der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA Power Systems) heute in Berlin bekannt. Effiziente und klimaschonende Energietechnologien seien rund um den Globus gefragt und die energiepolitischen Rahmenbedingungen weltweit besser denn je. Die Finanzkrise habe auf die Branche kaum Einfluss.

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Nach der aktuellen Statistik des Deutschen Windenergie-Instituts (DEWI) wurden 2008 im Inland 866 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 1665 Megawatt (MW) neu installiert. Beide Werte liegen nur ganz gering unter denen des Jahres 2007. Insgesamt waren Ende 2008 in Deutschland 20.301 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 23.902 MW installiert.

Durch das Inkrafttreten des neuen Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) zum 1. Januar 2009 und die dadurch geschaffene Planungssicherheit rechnen die beiden Verbände für 2009 trotz Finanzkrise wieder mit einem Wachstum.

Der Weltmarkt verzeichnet 2008 ein weiteres hohes Wachstum. Der stärkste Markt weltweit und das zum vierten Mal in Folge ist mit etwa 8000 bis 9000 MW neu installierter Leistung der US-Markt. Die beiden Verbände rechnen damit, dass der US-Markt diese Führungsrolle auch 2009 behalten wird, nachdem die neue US-Regierung unter Barack Obama ein Klimapaket mit dem Ziel einer Verdoppelung der erneuerbaren Energien in den nächsten drei Jahren auflegen will. Die US-Windindustrie werde auch in diesem und im nächsten Jahr ein zweistelliges Wachstum aufweisen.

Der Vorsprung deutscher Technologie mache sich mit einer Exportquote von weit über 80 Prozent auf dem Weltmarkt bezahlt und generiere Wirtschaftswachstum in Deutschland, loben die Verbände die Entwicklung. Sie mahnen aber auch, die deutsche Windindustrie müsse ihre Spitzenstellung weiter auszubauen, um nicht Gefahr zu laufen, von anderen Ländern überholt zu werden. Dabei sei ein stabiler Inlandsmarkt als Technologieschaufenster für weitere Erfolge äußerst wichtig.

BWE und VDMA Power Systems sehen nach eigenem Bekunden optimistisch in die Zukunft. Die Windindustrie werde eine der stärksten Wachstumsbranchen der nächsten Jahre bleiben. Ihre dynamische Entwicklung könne auch positive Impulse in der weltweiten Finanzmarktkrise geben.

Im Ranking der Bundesländer lagen im Jahr 2008 Brandenburg (Neuzubau 408 MW), Niedersachsen (384 MW) und Sachsen-Anhalt (227 MW) vorn. Außerdem werden in drei Ländern (Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein) inzwischen um die 40% des Nettostromverbrauchs aus Windenergie gedeckt. Niedersachsen hat als erstes Bundesland 6000 MW installierte Gesamtleistung übersprungen.

(VDMA/ml)