Einzelhandelsverband rechnet mit Umsatzrückgang

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Die Lage sei „gerade noch so“, lautete das Fazit der heutigen Frühjahrs-Konjunktur-Pressekonferenz des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE) in Düsseldorf. Der Verband geht allerdings davon aus, dass der Einzelhandelsumsatz zumindest bis Jahresmitte das Niveau des Vorjahres halten kann. Für das zweite Halbjahr 2009 rechnet der HDE mit einer etwas schlechteren Entwicklung. Ungeachtet der Prognose fordert die Gewerkschaft Verdi bis zu 6,8 % mehr Lohn.

Insgesamt werde sich der nominale Einzelhandelsumsatz 2009 in einem Korridor von 0 bis -1 % bewegen, so der Einzelhandelsverband. Ein Bild von der aktuellen Stimmung und Lage im Einzelhandel zeichnet die Konjunkturumfrage des HDE.

Die Lage des Einzelhandels ist 2009 angespannt. Der Start ins Jahr war verhalten. Die Januar-Umsätze des Einzelhandels sind nominal um 1,2 % niedriger ausgefallen als vor Jahresfrist. Die Einzelhändler haben ihre Erwartungen nach unten geschraubt. In der HDE-Umfrage haben gerade einmal 19 % der Betriebe angegeben, dass sie mit einer Umsatzsteigerung im ersten Halbjahr 2009 rechnen. Am optimistischsten sind noch die Verbrauchermärkte. 40 % der Betriebe glauben dagegen, dass ihr Umsatz sinken wird. 42 % der Einzelhändler gehen davon aus, das Vorjahresniveau zu halten. Generell haben die Kleinen jedoch die größeren Probleme.

Die wirtschaftlichen Aussichten bleiben nicht ohne Wirkung auf die Personalplanung: Ein Zehntel der Unternehmen plant eine Aufstockung der Zahl der Mitarbeiter, zwei Zehntel möchten eher Mitarbeiter entlassen. Die weit überwiegende Mehrheit der Einzelhandelsunternehmen will ihre Mitarbeiter halten.

Im Zentrum der Pressekonferenz standen jedoch die anstehenden Tarifverhandlungen, die noch in dieser Woche beginnen. Die vergangenen Tarifabschlüsse im Einzelhandel haben gezeigt, dass moderate Abschlüsse den Beschäftigungsabbau gestoppt und wieder umgekehrt haben. Alleine 2007 wurden so fast 60.000 neue Arbeitsplätze im Handel geschaffen.

Es sei vor diesem Hintergrund absolut unverständlich, warum die Gewerkschaft Verdi mit – angesichts der Umsatzentwicklung – atemberaubenden Tarifforderungen in die Verhandlungen gehe, so der HDE.

In diesem Jahr sind die Lohn- und Gehaltstarifverträge im Einzelhandel kündbar. Die bisher vorliegenden Forderungen von Verdi sehen Entgeltsteigerungen zwischen 6,3 % und 6,8 % in den oberen Tarifgruppen und 11-prozentige Erhöhungen in den unteren Tarifgruppen vor. Angesichts einer zu erwartenden negativen Umsatzentwicklung warnte der HDE davor, steigende Personalkosten würden unweigerlich das Aus für Zehntausende Arbeitsplätze in dem Wirtschaftszweig bedeuten.

Die Ergebnisse der „Konjunkturumfrage Einzelhandel Frühjahr 2009“ des HDE stehen als kostenloser Download online zur Verfügung.

(HDE/ml)