Im März knapp 3,6 Millionen Arbeitslose

Arbeitslosenquote nach Ländern und Kreisen
Arbeitslosenquote nach Ländern und Kreisen

Wie schon im Februar abseh- und spürbar wirkt sich die schlechte Konjunktur immer stärker auf den Arbeitsmarkt aus. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) heute mitteilte, verschlechterten sich die drei Hauptindikatoren des Arbeitsmarktes im März erneut: Die Arbeitslosigkeit stieg, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahm ab und die Arbeitskräftenachfrage ging weiter zurück, wobei Kurzarbeit Schlimmeres verhinderte. Die Zahl der Arbeitslosen stieg im Vergleich zum Februar im März um rund 34.000 auf circa 3.586.000 (West: +31.000 auf 2.379.000; Ost: +3000 auf 1.207.000). In den letzten beiden Jahren war die Arbeitslosigkeit im März jeweils zurückgegangen. Um Saisoneffekte bereinigt, ergibt sich ein Anstieg um 69.000 Arbeitslose.

Damit stieg zum ersten Mal seit Dezember 2005 die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum wieder an. So gab es im März 2009 in Deutschland rund 78.000 Arbeitslose mehr als im März 2008.

Für die Zunahme der Arbeitslosen im Vorjahresvergleich ist laut BA die schwere Rezession verantwortlich, in der sich die deutsche Wirtschaft befindet. Entlastend wirkt das demografisch begründete rückläufige Arbeitskräfteangebot.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Februar saisonbereinigt um 12.000 gesunken. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat nach Daten der Bundesagentur für Arbeit, die bis Januar reichen, saisonbereinigt um 8000 abgenommen.

Saisonal unbereinigt ist die Erwerbstätigkeit nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes von Januar auf Februar um 35.000 auf 39,82 Millionen gesunken. Der Vorjahresabstand wird damit zunehmend kleiner. Aktuell lag die Zahl der Erwerbstätigen nur noch um 36.000 über dem Vorjahreswert.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag im Januar nach einer Hochrechnung der Bundesagentur für Arbeit bei 27,33 Millionen. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Zuwachs um rund 250.000 Beschäftigte. Ein knappes Drittel der zusätzlichen Beschäftigungsverhältnisse besteht aus sozialversicherungspflichtigen Vollzeitstellen.

Die Zahl der Selbstständigen hat sich hingegen kaum verändert. Die Zahlen der Beschäftigten in Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung und der ausschließlich geringfügig Beschäftigten sind sogar zurückgegangen.

Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosigkeit belief sich in Deutschland für den Februar auf 3,53 Millionen und die Erwerbslosenquote auf 8,1 %.
Das gemeldete Stellenangebot insgesamt hat um 15.000 Stellen abgenommen. Davon waren 11.000 ungeförderte Stellen für normale sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse. Nicht saisonbereinigt erhöhte sich der gesamte Stellenbestand von Februar auf März um 1000 auf 507.000 Stellen. Von diesen waren 86 % sofort zu besetzen. Im Vergleich zum Vorjahr hat der Bestand um 81.000 abgenommen. Von allen gemeldeten Stellen entfielen 292.000 auf ungeförderte Stellen für normale sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse. Das waren knapp 1000 mehr als vor einem Monat und 69.000 weniger als vor einem Jahr.

Der Ausbildungsmarkt bietet auch zur Halbzeit des Berufsberatungsjahres 2008/2009 laut BA noch kein klares Bild. Von Oktober 2008 bis März 2009 wurden der Ausbildungsvermittlung insgesamt 331.200 Ausbildungsstellen gemeldet, 26.600 weniger als im Vorjahreszeitraum. Allein in den Betrieben entfielen 18.200 Ausbildungsplätze, so dass 319.600 verbleiben. Die Zahl der außerbetrieblichen Ausbildungsplätze sank um 8400 auf 11.500.

Die Ausbildungsvermittlung haben ihrerseits 372.700 Bewerber bei der Suche nach einer Lehrstelle eingeschaltet, 78.400 weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Bewerber nimmt damit im dritten Jahr in Folge ab. Dies ist vor allem auf die sinkende Zahl von Schulabgängern zurückzuführen. Daneben gibt es – nach Aussage der Bundesagentur – auch ein Trend unter den Jugendlichen zu höheren Schulabschlüssen, der sich offenbar durch die sich verschlechternde wirtschaftliche Lage noch verstärkt.

Die Zahl der noch unbesetzten Ausbildungsstellen lag im März mit 196.200 um 13.100 unter dem Vorjahreswert. Als noch unversorgt zählten im März 241.700 Bewerber, 36.900 weniger als vor einem Jahr.

Die Experten der BA weisen allerdings darauf hin, dass es für eine fundierte Einschätzung zur Entwicklung auf dem Ausbildungsstellenmarkt noch zu früh sei. Es bleibe abzuwarten, ob der derzeitige Rückgang bei Bewerbern und Ausbildungsplätzen in den kommenden Monaten anhält.

Weitere Daten und Karten der Bundesagentur für Arbeit zur Arbeitslosenquote stehen online zur Verfügung.

(BA/ml)