Konsumklima weiterhin auf niedrigem Niveau stabil

Entwicklung des GfK-Konsumklimaindex bis Juni 2009
Entwicklung des GfK-Konsumklimaindex bis Juni 2009

Auch im Mai verhalten sich die deutschen Verbraucher gelassen abwartend. Wie die jüngste Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zum Konsumklima zeigt, sind die Konjunkturerwartungen bereits zum zweiten Mal in Folge leicht gestiegen. Die Einkommensaussichten trübten sich allerdings etwas ein. Die Konsumneigung blieb hingegen nahezu unverändert gut. Der Gesamtindikator prognostiziert laut GfK nach 2,5 Zählern im Mai für Juni ebenfalls 2,5 Punkte und weist damit seit März dieses Jahres keinerlei Veränderung auf.

Die Entwicklung der Indikatoren lässt auf eine vorsichtige Stabilisierung noch in diesem Jahr hoffen. Der Konsumklima-Indikator weist auch für Juni auf eine sehr stabile Konsumstimmung hin. Angesichts einer wahrscheinlich zunehmenden Arbeitslosigkeit steht die echte Belastungsprobe für die Verbraucherstimmung jedoch noch aus.

Zum zweiten Mal in Folge steigt die Konjunkturerwartung im Mai dieses Jahres etwas an. Entsprechend legt der Indikator um 2,9 Punkte auf derzeit -28,3 Zähler zu. Der Rückgang der Konjunkturstimmung hat damit ein vorläufiges Ende gefunden. Ob damit aber bereits ein konjunktureller Wendepunkt erreicht ist, bleibt nach Meinung der GfK-Experten abzuwarten. Das Niveau des Indikators mit einem Minus von gut 40 Punkten im Vorjahresvergleich ist jedoch noch immer sehr niedrig.

Trotz des nach wie vor sehr ausgeprägten Konjunkturpessimismus gehen die Verbraucher davon aus, dass gesamtwirtschaftlich das Schlimmste hinter uns liegen dürfte. Auch die Finanzanalysten (ZEW-Konjunkturerwartungen) sowie die Unternehmen (ifo-Geschäftsklimaindex) haben sich zuletzt hinsichtlich der Konjunkturaussichten etwas optimistischer gezeigt. Damit sind die Chancen gestiegen, dass bis zum Jahresende 2009 zumindest eine konjunkturelle Stabilisierung gelingen kann.

Nach dem Plus von 3,4 Punkten im Vormonat muss die Einkommenserwartung im Mai jedoch geringe Einbußen von 1,3 Punkten hinnehmen. Aktuell weist der Indikator -9,3 Zähler auf.

Auf der einen Seite wirken derzeit das ausgesprochen ruhige Preisklima sowie die anstehenden Rentenerhöhungen von durchschnittlich 2,5 % kaufkraftstabilisierend und stützten die Einkommensaussichten. Auf der anderen Seite drückt die zunehmende Angst der Bürger vor dem Jobverlust auf die Stimmung. Nach einem kontinuierlichen Rückgang in den letzten Jahren ist die Sorge der Deutschen über einen möglichen Arbeitsplatzverlust 2009 mit einem Zuwachs von 4 Prozentpunkten wieder leicht angestiegen. Mit derzeit 57 % bleibt die Arbeitsmarktproblematik mit Abstand das Thema Nummer 1 in Deutschland. Die wahre Belastungsprobe für die Einkommenserwartung dürfte somit erst dann anstehen, wenn sich der Arbeitsmarkt im weiteren Verlauf dieses Jahres – wie von vielen Experten befürchtet – spürbar eintrüben wird.

Die Anschaffungsneigung bleibt auch im Mai auf einem guten Niveau stabil. Der Indikator legte um lediglich 0,1 Punkte auf aktuell 12,5 Punkte zu. Der Vorjahresvergleich ergibt sogar ein Plus von knapp 33 Punkten.

Neben der Abwrackprämie für Pkw sowie weiteren finanziellen Anreizen aus dem Konjunkturpaket II sorgen derzeit vor allem die moderaten Preise dafür, dass sich die Konsumneigung stabil halten kann.

GfK-Indikatoren im Überblick
GfK-Indikatoren im Überblick

Der Gesamtindikator prognostiziert für Juni 2009 einen Wert von 2,5 Punkten nach ebenfalls 2,5 Zählern im Mai. Damit zeigt das Konsumklima seit März 2009 keine Veränderung. Das Niveau bleibt aber nach wie vor insgesamt eher niedrig.

Ob sich diese überaus robuste Entwicklung des Konsumklimas auch in den kommenden Monaten fortsetzt, wird nach Ansicht der Nürnberger Konsumforscher ganz entscheidend davon abhängen, in welchem Umfang sich der Arbeitsmarkt eintrübt. Sollte das Mittel der Kurzarbeit aus Sicht der Unternehmen ausgereizt und noch keine spürbare konjunkturelle Belebung erkennbar sein, werden Unternehmen zunehmend auch Personal abbauen müssen. Dies würde die Arbeitslosigkeit ansteigen lassen, die Angst vor Jobverlust weiter schüren und damit auch das Konsumklima schwer belasten.

Dennoch dürfte der Konsum nach Meinung der Experten in diesem Jahr den starken Einbruch bei Exporten und Investitionen etwas abmildern. Für eine vollständige Kompensation dieser Verluste ist das Konsumklima jedoch zu schwach.

(GfK/ml)

Hintergrund der einzelnen Indikatoren:

  • Konjunkturerwartung: Diesem Indikator liegt folgende Frage an die Verbraucher zugrunde: “Was glauben Sie, wie wird sich die allgemeine wirtschaftliche Lage in den kommenden zwölf Monaten entwickeln?” (verbessern – gleich bleiben – verschlechtern)
  • Einkommenserwartung: Diesem Indikator liegt folgende Frage an die Verbraucher zugrunde: “Wie wird sich Ihrer Ansicht nach die finanzielle Lage Ihres Haushalts in den kommenden zwölf Monaten entwickeln?” (verbessern – gleich bleiben – verschlechtern)
  • Anschaffungsneigung: Diesem Indikator liegt folgende Frage an die Verbraucher zugrunde: “Glauben Sie, dass es zurzeit ratsam ist, größere Anschaffungen zu tätigen?” (Der Augenblick ist günstig – weder günstig noch ungünstig – ungünstig)
  • Konsumklima: Dieser Indikator soll die Entwicklung des privaten Verbrauchs erklären. Seine wesentlichen Einflussfaktoren sind die Einkommenserwartung, die Anschaffungs- und die Sparneigung. Die Konjunkturerwartung wirkt eher indirekt über die Einkommenserwartung auf das Konsumklima

Die genannten Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie “GfK-Konsumklima MAXX” und basieren auf monatlich rund 2000 Verbraucherinterviews. Die GfK-Konsumklimastudie wird seit 1980 erhoben.