Maschinenbau braucht europäische Elektronikchips

Die herausragende Rolle des deutschen Maschinenbaus in der Welt hängt immer stärker von elektronischer Intelligenz und damit von der Chipherstellung ab. Wandert diese komplett aus Europa in andere Regionen der Welt ab, droht dem deutschen Maschinenbau auf lange Sicht der Verlust seiner Vorreiterrolle. Insbesondere der Zugang zu kundenspezifischen Mikrochips könnte durch das Schwinden der europäischen Halbleiterindustrie bedroht werden.

Diese latente Gefahr werde in der Maschinenbaubranche noch weithin übersehen und könne mittelfristig zu einer Achillesferse werden, warnt der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Mit Sorge sieht der Verband den zunehmenden Trend, die Halbleiterproduktion in außereuropäische Länder zu verlagern. Die für die Innovationsprozesse immens wichtige enge Zusammenarbeit zwischen Halbleiterindustrie und europäischer Investitionsgüterindustrie werde durch eine solche umfassende Produktionsverlagerung gefährdet.

„Es ist zu befürchten, dass nach der Produktion von Halbleitern auch die entsprechenden Forschungsaktivitäten gänzlich aus Europa verschwinden werden“, mahnt Thilo Brodtmann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des VDMA. Auch bereits getätigte Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie die Ausbildung von Fachkräften wäre durch eine Abwanderung bedroht. Es sei daher wichtig, dass die EU sich für faire Bedingungen im weltweiten Wettbewerb einsetzt und auf ein industriefreundliches Umfeld hinarbeitet, das Hightechproduktion in Europa attraktiver macht. Damit würden zugleich Bedingungen geschaffen, unter denen auch in Zukunft noch Halbleiter in Europa gefertigt werden können.

(VDMA/ml)