OECD prognostiziert über fünf Millionen Arbeitslose

Während die OECD für die Weltwirtschaft zaghafte Besserung vorhersagt, prognostiziert sie für Deutschland ein eher düsteres Szenario. Unserem Land drohen laut OECD im Jahr 2010 über 5 Millionen Arbeitslose. Etwas besser sieht die Prognose für die Wirtschaftsleistung aus. Nach einem Einbruch um 6,1 % in diesem Jahr werde sie 2010 wieder um geringfügige 0,3 % wachsen.

Die Weltwirtschaft habe laut OECD-Analysten nun wohl den Boden erreicht und beginne, sich zu erholen, wenn auch „schwach und fragil“. Die wirtschaftlichen und sozialen Folgen dürften aber noch lange spürbar bleiben, glauben die Experten.

Sehr pessimistisch fallen die Prognosen für den deutschen Arbeitsmarkt aus. Die Kurzarbeit als Mittel der Wahl werde Entlassungen bald nicht mehr verhindern können. Die Arbeitslosenquote steige deshalb in Deutschland bereits bis Ende 2009 auf über 10 % und erreiche Ende 2010 knapp 12 %, warnen die Analysten.

Die Bundesregierung müsse verhindern, dass aus der krisenbedingten Arbeitslosigkeit langfristig eine strukturelle Arbeitslosigkeit wird. Die Arbeitsagenturen seien aufgefordert, krisenbedingte Arbeitslose mit einem beginnenden Aufschwung möglichst schnell wieder in den Arbeitsmarkt zu vermitteln, fordert die Organisation.

Die OECD glaubt aber auch: Wenn im kommenden Jahr die exportorientierten Wirtschaftsbereiche wieder in Fahrt kommen, werde Deutschland von dieser Entwicklung besonders profitieren. Dank der Konjunkturpakete und anderer entschlossenen Maßnahmen der Bundesregierung seien Deutschland die schlimmsten Krisenwirkungen erspart geblieben, lobt die Organisation.

Für das Wachstum der Weltwirtschaft hob die OECD ihre Prognosen für 2010 überraschend von 1,25 auf 2,3 % an. Für 2009 rechnet die Organisation noch mit einem Rückgang um 2,2 %. Am schnellsten unter den G7-Volkswirtschaften werden sich nach Meinung der OECD-Experten die USA erholen und deshalb 2010 um 0,9 % zulegen.

(OECD/ml)