Deutschland liegt bei IKT in Europa vorne

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Im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) hat Deutschland seine Position im Jahr 2008 kräftig ausgebaut. Unter den großen europäischen Mitgliedsstaaten (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien) lag Deutschland bei der Leistungsfähigkeit (ePerformance) nach Großbritannien auf Platz zwei. Das ergab die von TNS Infratest durchgeführte Studie „Monitoring Informations- und Kommunikationswirtschaft 2009“ des Bundeswirtschaftsministeriums. In den Vergleich einbezogen wurden auch die Leistungsdaten international wichtiger IKT-Nationen in Amerika und Asien.

Im Segment „Gesamtmarkt“ errang Deutschland erstmals vor Großbritannien den ersten Platz unter den fünf bevölkerungsstärksten Ländern Europas. Darüber hinaus betrug der Abstand zum europäischen Durchschnitt 12 %. Beim Endkundengeschäft über das Internet (B2C-E-Commerce) konnte Deutschland 2008 mit einem Pro-Kopf-Umsatz von 913 Euro sogar den Weltmarktführer USA (906 Euro) übertrumpfen. Das dürfte sich 2009 allerdings wieder ändern, da die IKT-Umsätze laut Branchenverband BITKOM in 2009 bei etwa 145 Milliarden Euro zu stagnieren scheinen.

Dennoch habe die IKT-Wirtschaft nach Meinung des Bundeswirtschaftsministeriums gute Chancen, gestärkt aus der Krise hervorzugehen, wenn es ihr gelingt, in den Schlüsseltechnologien eine international führende Position einzunehmen. IKT-Experten schätzen, dass der Einsatz innovativer IKT-Lösungen 100 Milliarden Euro zusätzlichen Umsatz in den Anwenderbranchen generieren kann. Zu den Wachstumsbereichen mit strategischer Bedeutung gehören „Embedded Systems“, „Green-IT“, das „Internet der Dinge“ (v. a. die RFID-Technologie), das „Internet der Dienste“ sowie mobile Anwendungen. Bei entsprechender Fokussierung von Forschung und Entwicklung auf diese Wachstumsfelder und stärkerer Internationalisierung des innovativen Mittelstandes könne die Bruttowertschöpfung in den Innovationsfeldern nach Expertenansicht jeweils um mehr als 3 % zunehmen.

Wichtige Voraussetzungen für eine schnelle Rückkehr zu wirtschaftlichem Wachstum seien die flächendeckende Versorgung mit leistungsfähigen Breitbandanschlüssen und der Aufbau von hochleistungsfähigen Netzen. In diesem Segment der infrastrukturellen Rahmenbedingungen liegt die ePerformance Deutschlands – nach einem Wachstum von 9 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr – knapp über dem europäischen Durchschnitt.

Im Segment der Nutzung von Internet-Anwendungen durch Privatpersonen und Unternehmen verteidigte Deutschland seine starke Position. Hier lag der IKT-Standort Deutschland 2008 sehr gute 26 % über dem europäischen Durchschnitt. Nachholbedarf zeige sich aber bei der Ausgestaltung und Umsetzung von e-Government-Angeboten an Privatpersonen und Unternehmen, mahnt das Ministerium.

Die Ergebnisse der Studie stehen in Form des „5. ePerformance Report 2009 – IKT-Standort Deutschland im europäischen Vergleich“ als kostenloser Download online zur Verfügung.

(BMWi/ml)