Erzeugerpreise 4,6 Prozent niedriger als im Vorjahr

Zahlen des Statistischen Bundesamts
Zahlen des Statistischen Bundesamts

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte lagen im Juni 4,6 % unter dem Niveau des Juni letzten Jahres. Einen derartigen Rückgang hatte es nach Angaben des Statistischen Bundesamts zuletzt im Dezember 1986 gegeben. Im Mai und April 2009 hatten die Erzeugerpreise innerhalb jeweils eines Jahres um 3,6 % beziehungsweise 2,7 % nachgegeben. Gegenüber dem Vormonat Mai sank der Erzeugerpreisindex im Juni 2009 jedoch nur geringfügig um 0,1 %.

Den höchsten Einfluss auf die Jahresteuerungsrate hatte im Juni die Preisentwicklung bei Energie. Hier lagen die Preise um 8,4 % unter denen von Juni 2008 (-0,3 % gegenüber Mai 2009). Ohne Berücksichtigung der Preisänderungen bei Energie sanken die Erzeugerpreise im Jahresvergleich um 2,8 %. Gegenüber dem Mai 2009 blieben sie ohne die Energiewerte unverändert.

Die Preise der drei Hauptenergieträger Mineralölerzeugnisse, elektrischer Strom und Erdgas wiesen im Vorjahresvergleich einen unterschiedlich stark ausgeprägten Rückgang auf. So waren Mineralölerzeugnisse insgesamt um 24,9 % billiger als im Juni 2008 (leichtes Heizöl -42,9 %, Dieselkraftstoff -27,5 %, Motorenbenzin -11,8 %). Über alle Abnehmergruppen hinweg betrachtet kostete elektrischer Strom 5,7 % weniger als vor einem Jahr, Erdgas war 3,5 % billiger. Private Haushalte mussten im Vergleich zum Vorjahr für elektrischen Strom (+5,7 %) und für Erdgas (+2,5 %) mehr bezahlen.

Elektrischer Strom und Erdgas insgesamt wiesen jeweils im Vergleich zum Mai 2009 Preisrückgänge auf (-0,4 % beziehungsweise -3,3 %). Die Preise für Mineralölerzeugnisse stiegen dagegen gegenüber Mai 2009 deutlich um 5,9 % (leichtes Heizöl +13,4 %, Dieselkraftstoff +4,6 %, Motorenbenzin +5,4 %).

Die Preise für Vorleistungsgüter sanken gegenüber Juni 2008 um 6,7 %. Nach zehn Monaten mit Preisrückgängen im Vergleich zum Vormonat blieben sie im Juni 2009 gegenüber dem Vormonat Mai erstmalig unverändert.

Zu dem starken Rückgang im Vorjahresvergleich trugen in besonderem Maße die Preise für Metalle bei. Sie lagen um 20,2 % niedriger als im Juni 2008. Nachdem sie im Vormonatsvergleich fast ein Jahr in Folge rückläufig waren, wiesen sie gegenüber Mai 2009 erstmals wieder ein Plus von 0,4 % auf. Besonders stark sanken im Juni 2009 gegenüber Juni 2008 die Preise für Walzstahl (-31,2 %).

Die Preise für metallische Sekundärrohstoffe gingen gegenüber Juni 2008 um mehr als die Hälfte zurück (-61,0 %). Gegenüber Mai 2009 sanken sie um 2,1 %.

Getreidemehl war um 30,6 % billiger als im Juni 2008, Futtermittel für Nutztiere um 19,2 %.

Die Preise für Verbrauchsgüter sanken gegenüber Juni 2008 um durchschnittlich 1,6 % (+0,1 % gegenüber Mai 2009). Nahrungsmittel waren insgesamt um 4,0 % billiger als im Vorjahr; gegenüber Mai 2009 verbilligten sie sich um 0,1 %. Starke Preisrückgänge waren im Vorjahresvergleich für Milch und Milcherzeugnisse zu verzeichnen (-12,4 %). Gegenüber Mai 2009 sanken hier die Preise um 1,4 % und lagen damit wieder unter dem Niveau vom Juni 2007. Ähnlich verlief die Entwicklung bei Käse und Quark (-12,6 % gegenüber Juni 2008).

Dagegen stiegen die Preise für Backwaren gegenüber Juni 2008 um 2,1 %, Zigaretten waren um 1,6 % teurer (+1,4 % gegenüber Mai 2009).

(Statistisches Bundesamt/ml)