Schutzvereinigung drängt auf Sonderprüfung für HRE

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. (DSW) hat angekündigt, dass sie sich auf der Hauptversammlung der HypoRealEstate (HRE) an kommenden Donnerstag (13. August) für eine breite Sonderprüfung starkmachen will. Es müsse im Interesse der Anleger umfassend aufgeklärt werden, wie es zu dieser extremen Notlage des Instituts kommen konnte und wer dafür verantwortlich ist, begründet DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker die Aktion.

Um die Sonderprüfung durchzusetzen, wollen die Anlegerschützer die Tagesordnungsanträge zu den Punkten 8, 9 und 10 der Tagesordnung unterstützen. Den Sonderprüfungsantrag der Verwaltung lehnt die DSW hingegen ab: „Das betrifft nur Teilbereiche, ist uns nicht präzise genug und zu wenig detailliert“, so DSW-Landesgeschäftsführerin Daniela Bergdolt, die für die Aktionärsvereinigung vor Ort sein wird.

Die DSW begrüßt zugleich, dass die Entlastung der früheren Vorstände und Aufsichtsräte vertagt worden sind.

Darüber hinaus appelliert die DSW an den Rettungsfonds SoFFin, eine umfassende Zusatzerklärung abzugeben: „Der SoFFin soll zusagen, dass die Sonderprüfung auch dann zu Ende geführt wird, wenn der Squeeze-out (Red.: Ausschluss von Minderheitsaktionären aus einer AG) vollzogen und er einziger Aktionär ist. Außerdem müssen die Prüfungsergebnisse veröffentlicht werden“, fordert Bergdolt.

Mit Blick auf mögliche Schadensersatzklagen wegen Verstoßes gegen die Ad-hoc-Publizität appelliert die DSW an die HRE, auf die Frist von einem Jahr (gemäß § 37b, c WPHG) freiwillig zu verzichten. So könne die HRE ein Zeichen setzen, dass sie die freien Aktionäre und ihre massiven Verluste durch Verzicht auf die kurze Verjährungsfrist ernst nimmt.

(DSW/ml)