Transferentzug bei wachsendem Einkommen zu hoch

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Die in den vergangenen Monaten in Kraft getretenen Verbesserungen bei den staatlichen Transferleistungen haben besonders bei Familien zu einer deutlichen Verbesserung der Einkommenssituation geführt. Das ergab eine Untersuchung des Münchner ifo Instituts für Wirt­schafts­for­schung. Gegenstand der Studie war die Entwicklung der Nettoeinkommen (Summe aus Nettolohn und staatlichen Trans­fer­zah­lun­gen) von Arbeitnehmerhaushalten. Wie die Studie zeigt, profitieren Familien vor allem von den neuen Regelungen zum Kinderzuschlag und dem verbesserten Wohngeld.

Hinzu kommt die zum Jahresbeginn in Kraft getretene Anhebung des Kindergelds. Alle Arbeitnehmer wurden außerdem bei der Lohnsteuer und – sofern sie unter der Beitragsbemessungsgrenze verdienen – bei den Sozialversicherungsbeiträgen entlastet.

Für einige Familien haben diese Verbesserungen bereits für sich genommen zu einer Steigerung des Nettoeinkommens um über 10 % gegenüber dem Vorjahr geführt.

Die Analyse zeigt aber auch, dass die unterschiedlichen einkommensabhängigen Transfers nicht gut aufeinander abgestimmt sind. So kommt es bei bestimmten Schwellenwerten des Bruttoverdienstes zu „Umkippeffekten“: Dann steig zwar das Brutto, aber das Nettoeinkommen sinkt, weil Transferleistungen entfallen.

Allgemein führt die Anrechnung von eigenem Einkommen auf mehrere Sozialleistungen zu einer eher leistungsfeindlichen Struktur. Weil ein höherer Bruttoverdienst – oft über einen weiten Einkommensbereich – nur zu einer sehr geringen Verbesserung des Nettoeinkommens führt, haben viele Haushalte nur geringe Anreize, sich durch eigene Anstrengung von den staatlichen Transferleistungen unabhängig zu machen.

Ein ausführlicher Beitrag zum Thema steht als kostenloser Download online zur Verfügung.

(ifo/ml)