Arbeitslosenquote im September gesunken

Arbeitslosenquoten
Arbeitslosenquoten

Entgegen den Erwartungen der meisten Ar­beits­markt­ex­per­ten hat die saisonal übliche Herbstbelebung den re­zes­sions­be­ding­ten Anstieg der Arbeitslosenzahl mehr als kompensiert, wie heute die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte. So ist die Arbeitslosigkeit von August auf September sogar um 125.000 auf 3.346.000 gesunken. Davon profitierten die west- und die ostdeutschen Bundesländer ungefähr gleich stark (West: -83.000 auf 2.307.000; Ost: -42.000 auf 1.040.000). Saisonbereinigt liegt der Rückgang bei 12.000 für das ganze Bundesgebiet. In Prozenten ausgedrückt sank die Arbeitslosenquote um 0,3 Prozentpunkte auf 8,0 %.

Berücksichtigt man die Effekte aus der Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente, wäre die Arbeitslosigkeit saisonbereinigt im September schätzungsweise um 10.000 gestiegen. Das ist nach Angaben der Arbeitsagentur deutlich weniger als im ersten Halbjahr und angesichts der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen vergleichsweise moderat.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat September 2008 gab es 266.000 Arbeitslose mehr. Ursache ist aller die schwere Rezession. Entlastend wirken Kurzarbeit und weitere arbeitsmarktpolitische Maßnahmen sowie das rückläufige Arbeitskräfteangebot (-135.000 im Jahresdurchschnitt 2009).

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im August saisonbereinigt um 4000 gesunken. Die so­zial­ver­sicher­ungs­pflich­tige Beschäftigung hat nach vorläufigen Daten der BA, die bis Juli reichen, saisonbereinigt um 5000 abgenommen. Nicht saisonbereinigt ist die Erwerbstätigkeit nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes von Juli auf August um 43.000 auf 40,19 Millionen gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Erwerbstätigkeit um 156.000 verringert.

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Juli nach der Hochrechnung der BA bei 27,34 Millionen; gegenüber dem Vorjahr war das ein Rückgang von 102.000. Die Abnahme wird vor allem dadurch begrenzt, dass die Teilzeitbeschäftigung noch steigt, während die Vollzeitbeschäftigung deutlich rückläufig ist.

Die anderen Formen der Erwerbstätigkeit haben sich im Vorjahresvergleich uneinheitlich verändert: Während die Zahl der Selbstständigen sowie die Zahl der Beschäftigten in Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung unter dem Vorjahresniveau lag, ist die Zahl der ausschließlich geringfügig Beschäftigten leicht gestiegen.

Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosigkeit belief sich in Deutschland für den August auf 3,31 Millionen und die Erwerbslosenquote auf 7,6 %.

Erste Schätzungen für den September signalisieren neue Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit für 90.000 bis 100.000 Personen. Dies sind etwa so viele wie im Vormonat.

Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme der Kurzarbeit liegen nunmehr für das zweite Quartal vor. Demnach gab es im Juni 2009 insgesamt 1,433 Millionen Kurzarbeiter, darunter 1,416 Millionen aus konjunkturellen Gründen.

Das gesamtwirtschaftliche Stellenangebot lag nach der Betriebsbefragung des IAB im zweiten Quartal 2009 deutlich unter dem Vorjahresniveau. Auch der BA-X, der Stellenindex der BA, signalisiert ein Nachlassen der Kräftenachfrage im Vorjahresvergleich.

Die der BA gemeldeten Stellen insgesamt, darunter auch die ungeförderten Stellen für normale sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse, die besser die Marktentwicklung widerspiegeln, haben sich im September saisonbereinigt praktisch nicht verändert. Nicht saisonbereinigt blieb der gesamte Stellenbestand im September ebenfalls fast unverändert bei 486.000. Im Vergleich zum Vorjahr hat der Bestand um 99.000 abgenommen.

Weitere Daten und Karten der Bundesagentur für Arbeit zur Arbeitslosenquote stehen online zur Verfügung.

(BA/ml)

so­zial­ver­sicher­ungs­pflich­tige