DIW sieht im dritten Quartal Konjunktur expandieren

Die deutsche Wirtschaft werde – gemessen am saison- und kalenderbereinigten Bruttoinlandsprodukt – im dritten Quartal um voraussichtlich 0,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal wachsen, prognostiziert das Berliner Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Diese positive Nachricht dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass man sich durch die tiefe Rezession immer noch auf dem Niveau von vor zehn Jahren bewege, warnt das Institut.

In etwas besserer Verfassung als im Vormonat zeigt sich die Industrie (ohne Bauwirtschaft), deren Wertschöpfung laut DIW-Konjunkturbarometer um 2,1 % zulegen dürfte. Allerdings sei die Produktionsdynamik zuletzt ins Stocken geraten und hinter der deutlich kräftigeren Entwicklung der Auftragseingänge zurückgeblieben, schränken die Berliner Experten ein. Im Wachstum des dritten Quartals kommen daher vor allem positive Überhangeffekte aus den Vormonaten zum Tragen.

Die Bauwirtschaft verharrt weiterhin in Wartestellung. Die massiven Investitionsimpulse des Staates reichen bislang noch nicht, um die rückläufige Aktivität im Wirtschafts- und Wohnungsbau auszugleichen. Für den Bausektor sei deshalb weiterhin mit einer leichten Schrumpfung der Wertschöpfung von 0,3 % zu rechnen, glaubt das DIW.

Verantwortlich für die gegenüber dem letzten DIW-Konjunkturbarometer geringfügig zurückgenommene Wachstumsprognose ist die Entwicklung in den Dienstleistungssektoren. Während für die öffentlichen und privaten Dienstleister weiterhin von einem Zuwachs von 0,2 % ausgegangen wird, dürfte das Wachstum in den Bereichen „Handel, Gaststätten und Verkehr“ sowie „Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleister“ mit 0,4 % bzw. 0,3 % jeweils ein Zehntelprozent schwächer ausfallen als noch im Vormonat geschätzt.

(DIW/ml)