Arbeitsmarkt
Arbeitslosenquote geringer gestiegen als erwartet

Arbeitlosenquoten
Arbeitlosenquoten

Großes – vorläufiges – Aufatmen bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg: Auch die Dezemberzahlen des Arbeitsmarktes fielen weniger dramatisch aus, als befürchtet. So hat sich die Zahl der Arbeitslosen von November auf Dezember mit Beginn der Winterpause um 60.000 auf 3.276.000 erhöht (West: +33.000 auf 2.248.000; Ost +28.000 auf 1.027.000). Saisonbereinigt ergibt sich für den Dezember sogar ein Rückgang um 3000 Arbeitslose. Das ist allerdings einer ganzen Reihe von Sondermaßnahmen zu verdanken. Ohne diese wäre die Arbeitslosigkeit saisonbereinigt im Dezember um 6000 gestiegen. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2009 sowie angesichts der Krise wäre auch dieser Rückgang laut BA noch sehr moderat zu nennen.

Die Zahl der Erwerbstätigen ist (nach dem Inlandskonzept) im November laut Statistischem Bundesamt saisonbereinigt um 18.000 gesunken. Gegenüber dem Vorjahr sank ihre Zahl um 218.000. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat nach der Hochrechnung der BA im Oktober saisonbereinigt um 7000 abgenommen. Nicht saisonbereinigt lag sie bei 27,81 Millionen; das ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um 213.000. Ohne den anhaltenden Zuwachs der sozialversicherungspflichtigen Teilzeitbeschäftigung wäre der Rückgang laut BA deutlicher ausgefallen.

Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosigkeit belief sich in Deutschland für den November auf 3,06 Millionen, die Erwerbslosenquote auf 7,0 %.

Erste Schätzungen zur konjunkturellen Kurzarbeit lassen für den Dezember 130.000 bis 140.000 kurzarbeitende Arbeitnehmer vermuten. Das wären etwas mehr als im November.

Das gemeldete Stellenangebot insgesamt und darunter die ungeförderten Stellen für normale sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse haben im Dezember saisonbereinigt um 13.000 bzw. 9000 zugenommen. Nicht saisonbereinigt gab es im Dezember 461.000 Stellen; 42.000 weniger als vor einem Jahr. Von den gemeldeten Stellen entfielen 252.000 auf ungeförderte Stellen für normale sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse – rund 48.000 weniger als vor einem Jahr.

Der Stellenindex der BA (BA-X) ist von November auf Dezember um zwei auf 129 Punkte gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr hat er 21 Punkte verloren; allerdings wird das Minus kleiner.

Jahreswerte 2009

Der Arbeitsmarkt war 2009 von der tiefsten Rezession seit Bestehen der Bundesrepublik beeinflusst. Die Auswirkungen waren deutlich, blieben jedoch angesichts des massiven Produktionseinbruchs vergleichsweise moderat. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit wurde so vor allem durch die massive Nutzung der Kurzarbeit, arbeitsmarktpolitische Neuausrichtungen sowie ein sinkendes Kräfteangebot begrenzt.

Die jahresdurchschnittliche Zunahme der Arbeitslosigkeit entfällt allein auf Westdeutschland sowie auf Männer, was vor allem auf den Abbau von Vollbeschäftigung im Produzierenden Gewerbe und in der Leiharbeit zurückzuführen sein dürfte.

Im Jahresdurchschnitt 2009 waren bundesweit 3.423.000 Menschen arbeitslos, 155.000 mehr als im Vorjahr (West: +176.000 auf 2.320.000; Ost: -20.000 auf 1.103.000). Maßgeblich für den Anstieg der Arbeitslosigkeit war insbesondere der Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigung infolge der Wirtschaftskrise.

Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, belief sich im Jahresdurchschnitt 2009 auf 8,2 %. Im Vergleich zum Vorjahr nahm sie um 0,4 Prozentpunkte zu. In Ostdeutschland war sie auch 2009 mit 13 % nach wie vor deutlich höher als in Westdeutschland mit 6,9 %.

Weitere Daten und Karten der Bundesagentur für Arbeit zur Arbeitslosenquote stehen online zur Verfügung.

(BA/ml)