Verbraucherpreise 2009
Inflationsrate stieg zum Jahresende wieder an

Bundesstatistik
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Das Statistische Bundesamt veröffentlichte heute die Jahreszahlen 2009 zu den Verbraucherpreisen in Deutschland. Demnach ist der Verbraucherpreisindex im Jahresdurchschnitt 2009 gegenüber 2008 um 0,4 % gestiegen. Dies sei die niedrigste Jahresteuerungsrate seit der Wende, so das Bundesamt. Die niedrige Jahresteuerungsrate wurde vor allem durch Preisrückgänge bei Mineralölprodukten und bei Nahrungsmitteln möglich. Mineralölprodukte verbilligten sich 2009 gegenüber dem Vorjahr um 15,8 %.

Am stärksten gingen die Preise für leichtes Heizöl zurück (-30,7 %), die Kraftstoffpreise sanken 2009 gegenüber dem Vorjahr ebenfalls erheblich (-11,0 %). Der Preisrückgang bei Nahrungsmitteln (-1,3 %) wurde für die Konsumenten vor allem bei Molkereiprodukten (-8,7 %) spürbar.

Preissenkungen fanden 2009 gegenüber dem Vorjahr auch im Bereich der Telekommunikation (-2,2 %) statt.

Allerdings gab es in vielen Güterbereichen auch Preisanstiege, so im Bereich rund ums Wohnen (+0,4 %). Eine deutliche Preissteigerung fand bei alkoholischen Getränken und Tabakwaren statt (+2,7 %).

Vergleich Dezember 2009 mit Dezember 2008

Im Dezember 2009 hat sich der Preisauftrieb mit +0,9 % gegenüber Dezember 2008 wieder verstärkt, bereits im November 2009 hatte die Inflationsrate im positiven Bereich (+0,4 %) gelegen.

Die Inflationsrate im Dezember 2009 wurde maßgeblich von der Preisentwicklung bei den Energieprodukten geprägt. Energie verteuerte sich im Dezember 2009 gegenüber Dezember 2008 insgesamt um 1,0 %. Ursache ist der deutlichen Preisanstiege der Mineralölprodukte (+11,1 %). Ohne Einrechnung der Mineralölprodukte hätte die Inflationsrate im Dezember 2009 deutlich niedriger bei +0,5 % gelegen.

Ebenfalls gestiegen ist der Strompreis (+5,8 %). Dagegen waren Gas (-19,6 %) sowie Umlagen für Zentralheizung und Fernwärme (-10,5 %) billiger als ein Jahr zuvor. Nennenswerte Preisanstiege wurden noch bei Tabakwaren (+5,5 %) sowie bei Bekleidung und Schuhen (+2,4 %) beobachtet.

Verbraucherfreundlich entwickelten sich dagegen die Preise für Pauschalreisen im Jahresvergleich. Nach den Preisanstiegen in der Sommersaison zeigten sich in der Wintersaison nun rückläufige Preise (-1,1 % gegenüber Dezember 2008). Nahrungsmittel verbilligten sich im Dezember ebenfalls (-2,0 %). Innerhalb der Nahrungsmittel gab es jedoch umfangreichere Preiserhöhungen bei Speisefetten und Speiseölen (+4,0 %) und Butter (+16,4 %) sowie bei Fisch und Fischwaren (+3,5 %).

Vergleich Dezember 2009 mit November 2009
Der Anstieg des Gesamtindex im Dezember 2009 gegenüber dem Vormonat November 2009 lag bei 0,8 %. Wie im Dezember üblich, gab es auch 2009 Teuerungen für Beherbergungsdienstleistungen (+22,5 %), Pauschalreisen (+19,3 %) und Flugreisen (+4,3 %). Ein wesentlicher Grund hierfür waren die Saisonhöhepunkte zu Weihnachten und Silvester. Saisonbedingte Preiserhöhungen waren auch bei Obst (+4,8 %) zu beobachten. Die Bahnpreise erhöhten sich zum Ende des Jahres aufgrund der jährlichen Tarifpreisänderungen (+1,9 %).

Preisrückgänge wurden dagegen für Energieprodukte (-0,9 %; davon Haushaltsenergie: -0,7 %; Kraftstoffe: -0,9 %) ermittelt.

(Statistisches Bundesamt/ml)