Atomenergie
Deutsche Kernkraftwerke auch 2009 weltweit führend

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Sechs der zehn Kernkraftwerke mit der weltweit höchsten Stromproduktion waren 2009 deutsche Anlagen, meldet das Deutsche Atomforum. Das ist eine Anlage mehr als im Vorjahr. Der Interessenverband wertet die seit Jahrzehnten gute Platzierung der deutschen Kernkraftwerke bei der Stromproduktion als Beleg für die Leistungsfähigkeit, die Verfügbarkeit und die Zuverlässigkeit der Anlagen. Das Verhältnis der deutschen Bevölkerung zu den Anlagen ist dennoch eher zwiespältig, wie eine vom Forum beauftragte Umfrage von TNS Emnid zeigt.

In der Tat ist die Leistungsfähigkeit deutscher Anlagen beeindruckend: Mit einer Jahresstromproduktion von 12,13 Milliarden kWh belegt das Kernkraftwerk Isar 2 wie im Jahr 2008 den zweiten Platz. Das Kernkraftwerk Brokdorf konnte sich auf dem dritten Platz mit 12,05 Milliarden kWh behaupten. Die anderen deutschen Anlagen unter den Top Ten sind Philippsburg 2 (Platz 6), Neckarwestheim 2 (Platz 7), Grohnde (Platz 8 ) und Emsland (Platz 10).

Auch das Vertrauen der Menschen in Deutschland in inländische Anlagen ist durchaus bemerkenswert. So waren laut TNS Emnid im Februar 2010 immerhin 70 % dafür, die Laufzeiten deutscher Kernkraftwerke solange zu verlängern, bis deren Stromerzeugung problemlos von erneuerbaren Energien übernommen werden kann. 60 % befürworten sogar eine weitere Nutzung der Kernenergie in Deutschland, wenn die Frage der sicheren Endlagerung radioaktiver Abfälle gelöst wäre. Immerhin sagen aber auch 52 %, dass sie generell gegen Kernenergie eingestellt sind.

Wie sehr das subjektive Empfinden der Befragten allerdings von der Realität abweichen kann, zeigt die Frage, welche Energieträger in fünf Jahren die Stromversorgung in Deutschland im Wesentlichen sichern wird? Drei Energieträger aus acht konnten genannt werden. Die weitaus meisten Bundesbürger (71 %) glauben, dass bereits im Jahr 2015 die Solarenergie die Versorgung sichern werde. Alle klassischen Energieformen landeten auf den hinteren Plätzen.

Realität aber ist, dass die Solarenergie selbst dann, wenn die Entwicklung in den kommenden fünf Jahren doppelt so schnell vonstattengehen sollte, wie in den letzten fünf Jahren, nur einen Bruchteil der Versorgung übernehmen könnte. Erst wenn in frühestens zehn und mehr Jahren Großanlagen wie Desertec in Nordafrika tatsächlich realisiert werden sollten, könnte die Solarenergie in der Stromversorgung die Führungsrolle übernehmen.

Die Umfrageergebnisse stehen als kostenloser Download im Internet zur Verfügung.

(Deutsches Atomforum/ml)