Euro-Krise
Jedes dritte deutsche Unternehmen betroffen

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Nahezu jedes dritte deutsche Unternehmen leidet unter der Finanzkrise, die Griechenland und vier weitere Euro-Staaten erfasst hat. Dazu zählt auch jedes vierte Unternehmen von denen, die in keinem der europäischen Krisenstaaten – die sogenannten PIIGS-Staaten Portugal, Irland, Italien und Griechenland – engagiert sind. Eine Verschärfung der Krise träfe vor allem die großen Unternehmen. Würde beispielsweise Griechenland unter seiner Schuldenlast zusammenbrechen, hätte dies für gut jedes fünfte Großunternehmen mit mehr als 5000 Beschäftigten unmittelbare Konsequenzen.Das ergab eine Umfrage der Marktforscher von TNS-Emnid unter 500 deutschen Unternehmen.

„Die Krisenfolgen stellen sich auf den ersten Blick als gravierend, aber durchaus beherrschbar dar. Auf den zweiten Blick offenbaren die Umfrageergebnisse allerdings erhebliche Risiken“, bestätigt Prof. Norbert Winkeljohann, Vorstand der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC), in deren Auftrag die Studie entstand, die hohe Brisanz der Krise.

Von den 234 befragten Unternehmen, die in einem der Krisenstaaten investiert haben, fürchtet jedes zweite Umsatzeinbußen. Knapp jedes vierte (23 %) hält sogar den Abbau von Arbeitsplätzen für möglich. Demgegenüber sehen von den Unternehmen, die in keinem der genannten Länder aktiv sind, nur 29 % das Risiko sinkender Erlöse. Stellenkürzungen in Folge der Krise halten lediglich sieben Prozent dieser Unternehmen für denkbar.

Bei der Einschätzung der Krisenfolgen für den Euro liegen die Befragten näher beieinander. Währungsrisiken mit Relevanz für das eigene Unternehmen sehen nicht nur 22 % der Entscheider mit Aktivitäten in den Krisenstaaten, sondern immerhin auch 17 % der übrigen Befragten.

Die langfristigen Perspektiven der Krisenstaaten beurteilen die Unternehmen recht unterschiedlich: Während Spanien, Italien und Irland nach Einschätzung der Befragten vergleichsweise gute Chancen haben, ihr Schuldenproblem in den Griff zu bekommen, gilt dies kaum für Portugal und Griechenland.

Die relativ meisten Unternehmen (33 %) trauen Spanien am ehesten zu, die Krise auch ohne Hilfe der EU oder anderer Staaten zu bewältigen. Von Italien und Irland sagen dies 28 % beziehungsweise 25 % der Befragten.

Die Studie Euro-Krise – Auswirkungen auf deutsche Unternehmen steht als kostenloser Download online zur Verfügung.

(PricewaterhouseCoopers/ml)