Energieprognose
Primärenergieverbrauch sinkt, Versorgungsrisiko steigt

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Der Primärenergieverbrauch in Deutschland wird bis zum Jahr 2030 im Vergleich mit dem Jahr 2007 um 21 % sinken. Das behauptet die Energieprognose 2009, die vom Zentrum für Europäische Wirt­schafts­forschung (ZEW) im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWI) erarbeitet wurde. Vor allem deutliche Steigerungen der Energieproduktivität seien der Schlüssel für die Zielerreichung, glauben die ZEW-Experten. Es gelte aber auch, dass die Nachfrage nach Elektrizität bis zum Jahr 2030 steigen wird. Dies liege vor allem an dem fortgesetzten Trend zu Singlehaushalten. Um den steigenden Stromverbrauch hierzulande zu decken, werde daher zunehmend Strom aus dem Ausland importiert werden müssen.

Auch die Abhängigkeit von Erdgasimporten wird laut Prognose künftig steigen, so dass das Versorgungsrisiko in Bezug auf Primärenergie ebenfalls steigt. Allerdings nimmt auch der Anteil der erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch und in der Strom­er­zeu­gung zu. Damit habe Deutschland keine Probleme, seine im Rahmen des Kioto-Abkommens eingegangene Reduktionsverpflichtung beim Treibhausgasausstoß zu erfüllen, glauben die Experten. Bis zum Jahr 2020 könne Deutschland seine Emissionen um rund 34 % und bis zum Jahr 2030 um rund 44 % gegenüber dem Referenzjahr 1990 reduzieren. Auch beim Ausbau alternativer Energien komme Deutschland gut voran. Die Vorgabe der EU, bis 2020 mindestens 18 % des Bruttoenergieverbrauchs durch erneuerbare Energien zu decken, werde nur knapp um 2 Prozentpunkte unterschritten.

Als Variante wird in der Studie auch der Einfluss einer Laufzeitverlängerung für bestehende Kernkraftwerke betrachtet. Dabei zeigt sich, dass die verlängerte Laufzeit positive energie- und volkswirtschaftliche Effekte mit sich brächte. Dies gilt sowohl in Bezug auf eine Steigerung von Wertschöpfung, Produktionsmengen und Beschäftigung als auch eine Reduktion der CO2-Zertifikats- und der Strompreise. Sie würde zudem zu einer insgesamt höheren Energieversorgungssicherheit beitragen und zu niedrigeren Treibhausgasemissionen in Deutschland führen. Der Ausbau erneuerbarer Energien würde durch die verlängerte Kernenergienutzung hingegen nicht beeinträchtigt, so die Wissenschaftler.

Die Energieprognose wurde vom ZEW in Kooperation mit dem Institut für Energie­wirt­schaft und Rationelle Energieanwendung (IER) der Universität Stuttgart und dem Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI), Essen, erarbeitet. Die Studie Die Entwicklung der Energiemärkte bis 2030 steht per kostenlosem Download sowohl in den Versionen Summary und Kurzfassung als auch in einer Komplettversion zur Verfügung.

(ZEW / ml)