Wirtschaftliche Lage im Juli
Frühjahr bescherte kräftiges Wachstum

In seinem Wirtschaftslagebericht vom Juli zeichnet das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) ein überaus optimistisches Bild. Es zeichne sich ab, dass in der deutschen Wirt­schaft im Frühjahr ein kräftiges Wachstum stattgefunden habe, so die Ökonomen des Ministeriums. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte im zweiten Quartal deutlich stärker zu­ge­nom­men haben als im ersten Quartal dieses Jahres, in dem die gesamtwirtschaftliche Leistung preis- und saisonbereinigt um 0,2 % angestiegen war.

Neben Nachholeffekten, die vor allem dem Baugewerbe nach den witterungsbedingten Produktionsbehinderungen im Winter nun deutliche Impulse verleihen, stützt sich nach Angaben des BMWi das Wachstum auf eine starke Expansion der industriellen Erzeugung. Die Industrie profitiere dabei sowohl von außenwirtschaftlichen Impulsen als auch von einer Belebung der Investitionstätigkeit im Inland so die Ökonomen. Dank einer anhaltend lebhaften Nachfrage nach industriellen Erzeugnissen aus dem In- und Ausland werde sich die Industriekonjunktur voraussichtlich auch in den kommenden Monaten positiv entwickeln.

Am Arbeitsmarkt setzt sich die konjunkturelle Erholung ebenfalls zunehmend durch. Das dürfte auch den privaten Konsum im Verlauf des Jahres wachsen lassen. Insgesamt hat sich nach den Daten des BMWi der Erholungsprozess in Deutschland weiter verbreitert und gefestigt. Es gibt nach Meinung der Fachleute jedoch nach wie vor eine Reihe von konjunkturellen Risiken. Sie warnen, die Erholung der Weltwirtschaft sei in einigen wichtigen Industrieländern noch nicht selbsttragend; in einzelnen Schwellenländern gebe es andererseits bereits Überhitzungserscheinungen. Auch sorgt die Euroschuldenkrise nach wie vor für Unsicherheiten.

Schließlich entwickeln sich verschiedene nationale und internationale Frühindikatoren in den letzten Monaten zwar weiterhin positiv, jedoch verhaltener; einige Indikatoren haben sich auch eingetrübt und reflektieren die wieder stärker in den Fokus getretenen Risiken.

(BMWi / ml)