Android-Trojaner entdeckt
Infizierte Smartphones versenden kostenpflichtige SMS

Kaspersky Labs hat nach eigener Aussage das erste Schadprogramm für Smartphones entdeckt, die mit Googles Android-Betriebssystem arbeiten. Der SMS-Trojaner „Trojan-SMS.AndroidOS.FakePlayer.a“ habe bereits eine Reihe von Mobiltelefonen infiziert. Die Malware soll sich als scheinbar harmlose Mediaplayer-Applikation ausgeben. Anwender werden aufgefordert, eine Datei von lediglich 13 KByte mit der üblichen Android-Erweiterung .APK zu installieren. Einmal eingerichtet, schickt der Trojaner SMS an kostenpflichtige Nummern – und zwar ohne dass der Anwender etwas davon bemerkt. Die Cyberkriminellen streichen die Gebühren für die kostenpflichtigen Textnachrichten ein.

Die Klasse der SMS-Trojaner soll derzeit auf Mobiltelefonen am meisten verbreitet sein. Der nun entdeckte Trojaner zielt jedoch als Erster speziell auf die Android-Plattform ab. Zuvor gab es schon Fälle von Android-Telefonen, die mit Spyware infiziert waren – das erste Programm dieses Typs tauchte 2009 auf.

„Die Marktanalysten von IDC haben festgestellt, dass das Android-Betriebssystem derzeit die höchsten Zuwachsraten im Mobiltelefonmarkt erreicht. Wir erwarten daher, dass die Schadsoftware auf dieser Plattform ebenfalls stark zunimmt“, so Denis Maslennikov, Manager der Mobile Research Group, Kaspersky Labs. „Unser Unternehmen arbeitet bereits an Sicherheitslösungen für dieses Betriebssystem. Kaspersky Mobile Security für Android wird voraussichtlich Anfang 2011 erscheinen.“

Kaspersky Labs empfiehlt den Anwendern bei der Installation einer App genau darauf zu achten, welche Dienste diese Applikation freischaltet beziehungsweise anfordert. Die Freigabe kostenpflichtiger Nummern kann zur Folge haben, dass ein infiziertes Telefon auch ohne Einverständnis seines Besitzers kostenpflichtige SMS-Nachrichten verschickt. (Quelle: Kaspersky Labs GmbH/GST)