DIHK-Mittelstandsreport
Mittelstand wieder Jobmotor der Nation

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Wie die Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) im Rahmen des Mittelstandsreports ergab, wird der deutsche Mittelstand bis Jahresende voraussichtlich rund 100.000 neue Jobs schaffen. Das sei „fast ein Jobwunder“, lobt DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann seine Klientel. Tatsächlich war vor gerade mal einem Jahr noch ein großer Stellenabbau befürchtet worden. Nun wollen 86 % aller Unternehmen mit weniger als 500 Beschäftigten in den nächsten Monaten ihre Belegschaften ausbauen oder zu­min­dest halten. Damit liegt der Mittelstand zwar im allgemeinen Trend der Wirtschaft, aber an dessen Spitze. So tragen sich im Mit­tel­stand lediglich 14 % mit Abbauplänen, bei den Großunternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern sind es immer noch 23 %.

Immer mehr Mittelständler rechnen laut Umfrage damit, die heftigen Auftragsrückgänge der Krise aufholen zu können und suchen deshalb zusätzliches Personal. Jetzt zahle sich aus, dass viele kleine und mittlere Betriebe auch in der Krise auf innovative Produkte und Dienstleistungen gesetzt haben, stellt der DIHK zufrieden fest.

Vor allem mittelständische Unternehmen der exportstarken Branchen Chemie, Pharma und Elektro wollen zusätzliche Beschäftigung schaffen. Geradezu beeindruckend ist, wie rasch sich der Maschinenbau nach dem freien Fall aus der Krise kämpft. Angesichts enormer Orderzuwächse dürften die meisten mittelständischen Maschinenbauer um Personalabbau herumkommen, glaubt deshalb der DIHK.

Auch in binnenwirtschaftlich geprägten Sparten – darunter die Gesundheits- und sozialen Dienste, die Versicherungswirtschaft sowie Werbung und Marktforschung – wollen Mittelständler ihre Belegschaften vergrößern. „Viele Unternehmen rechnen allerdings mit Schwierigkeiten, neue Aufträge finanzieren zu können. Denn bei vielen Kreditverhandlungen kommen jetzt die Bilanzen des Krisenjahres 2009 auf den Tisch“, befürchtet Driftmann. Auch zeige sich, dass es für viele kleine und mittlere Unternehmen schwerer wird, geeignete Fachkräfte zu finden.

Vor allem in wissensintensiven Wachstumsbranchen sucht der Mittelstand händeringend qualifiziertes Personal, wie die Antworten der zahlreichen mittelständischen IT-Dienstleister zeigen. Driftmann: „Dies macht deutlich, dass wir alle Beschäftigungspotenziale ausschöpfen müssen. Das reicht von Weiterbildungsanstrengungen über eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf bis hin zur frühzeitigen Förderung von Kindern aus bildungsfernen Schichten.“

Die Krise habe zudem gezeigt, wie stark die Auftragsentwicklung schwanken kann. Um darauf flexibel reagieren zu können, nutzen etliche Mittelständler neben der Zeitarbeit auch die befristete Einstellung von Arbeitnehmern. Hier solle die Regierung gesetzliche Hürden beseitigen und Versprechen einlösen. Driftmann: „Das Vorbeschäftigungsverbot muss fallen. Die vormalige Tätigkeit in einem Betrieb darf nicht länger dazu führen, dass dem Arbeitnehmer das Betriebstor für eine weitere befristete Tätigkeit von Gesetzes wegen verschlossen bleibt. Wenn wir diese Bremse nicht lösen, verspielen wir Beschäftigungspotenziale.“

Der DIHK-Mittelstandsreport mit den wesentlichen Umfrageergebnissen und Auswertungen steht als kostenloser Download im Internet zur Verfügung.

(DIHK / ml)