Arbeitsmarkt
Beschäftigungsdauer unverändert bei zehn Jahren

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Weder in Deutschland noch in anderen europäischen Ländern sind die beruflichen Laufbahnen instabiler geworden, meldet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). So beträgt die durch­schnitt­liche Dauer der Betriebszugehörigkeit von Arbeitnehmern in Deutschland 10,8 Jahre. 1992 lag sie im Gegensatz zur vor­herr­schen­den Meinung mit 10,3 Jahren sogar noch unter dem aktuellen Wert. Ein allgemeiner Abwärtstrend sei deshalb nicht erkennbar, erklärt IAB-Arbeitsmarktforscher Thomas Rhein. Zwar sank ab 1993 die durchschnittliche Beschäftigungsdauer infolge der Ar­beits­markt­krise in den neuen Bundesländern vorübergehend knapp unter zehn Jahre, seit 2001 liegt sie aber wieder bei über zehn Jahren.

Auch bei der gesamtwirtschaftlichen Arbeitskräftefluktuation zeichne sich in Deutschland und den meisten anderen Ländern keine Beschleunigung ab, entkräftet Thomas Rhein eine von Gewerkschaften häufig geäußerte Kritik an der Wirtschaft: „Von einem allgemeinen Trend hin zum Turbo-Arbeitsmarkt kann demnach nicht gesprochen werden“.

Er räumt allerdings ein, dass es Anzeichen für eine in den letzten zehn Jahren zunehmende subjektiv empfundene Beschäftigungssicherheit gebe: „Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass die Beschäftigten durch die Arbeitsmarktreformen verunsichert wurden. Aber auch der Anstieg der Befristungsquote könnte dabei eine Rolle spielen“, so Rhein. Der Anteil der befristet Beschäftigten hat sich seit 1992 nämlich mehr als verdoppelt. Er liegt heute bei knapp 10 %.

Die IAB-Studie analysiert auch die Entwicklung in anderen europäischen Ländern, darunter Großbritannien, Dänemark, Frankreich und Italien. Mit Ausnahme Dänemarks ist nirgendwo ein Abwärtstrend bei der Beschäftigungsdauer zu erkennen. In den beiden Ländern mit stark deregulierten Arbeitsmärkten – Großbritannien und Dänemark – liegt sie mit 8,2 bzw. 7,3 Jahren aber deutlich niedriger als in Deutschland. In Frankreich und Italien fällt die Beschäftigungsdauer mit 11,5 und 11,2 Jahren hingegen deutlich höher aus.

Die IAB-Studie steht als kostenloser Download im Internet zur Verfügung.

(IAB / ml)